Tanzen mit Vladimir Malakhov

Tanz - Logo

Klar, Vladimir Malakhov hat etwas zu sagen, und seine beiden Schüler scheinen davon auch zu profitieren. Drei Szenen hat der Intendant des Staatsballetts Berlin jeweils für seine in Japan produzierten «Master Lessons» ausgewählt, um die beiden Youngsters vom Tokyo Ballet nicht zu überfordern – und da das Coaching auf Englisch geschieht (mit einer ganz und gar nicht maulfaulen Übersetzerin im Hintergrund), hat auch hierzulande der Außenstehende etwas von seiner Innenschau.

Bei beiden «Stunden» geht der Meister nach demselben Schema vor: Erst blendet er beispielhaft eine Vorstellung mit Diana Vishneva («Giselle») oder Julie Kent («Schwanensee») ein. Um anschließend mit Chika Saeki und Naoyoshi Nagase nicht bloß das Schrittmaterial eines romantischen Balletts zu proben, sondern auch den emotionellen Ernstfall. Nicht Perfektion macht einen Pas de deux vollkommen, Wahrhaftigkeit erreicht ein Ballett erst durch den Blickkontakt der beiden Interpreten, durch das rechte Timing ihres Tanzes – überhaupt durch ein Gefühl, das sich dem Zuschauer erst mitteilen muss. Malakhov wechselt ständig zwischen den Rollen hin und her, und wie der Zettel in Shakespeares «Sommernachtstraum» würde er auch ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Oktober 2009
Rubrik: Praxis, Seite 65
von Hartmut Regitz

Vergriffen
Weitere Beiträge
Gestorben

Jean-Marc Liverato, 52, war Gründer von Danse Bassin Méditerranée, einer Organisation, die Tänzern im Mittelmeerraum und darüber hinaus auch in Afrika, Serbien und der arabischen Welt mit Workshops, Stipendien und Festivals ein gemeinsames Plateau bietet. Der in Algerien geborene Landwirtschaftsingenieur wurde 1987 Manager und Produzent diverser Tanzkompanien,...

Leserbriefe

Leserbriefe zu ballet-tanz 8/9 09 Die Erinnerung hat Ingeborg Liptay in «Pina, die Tänzerin»  einen Streich gespielt: In der von ihr erwähnten Einstudierung des «Grünen Tischs» von Kurt Jooss tanzte Pina Bausch nicht «die Rolle des Mädchens, dessen Liebhaber in den Krieg ziehen muss», sondern die Rolle der Mutter.

Ingeborg Liptay verließ Essen 1960 (wenn ihr...

Ballerinas Welt


Edgar Degas hätte an dem Film seine Freude gehabt. Wann immer die Kamera auf dem Gesicht einer Tänzerin verweilt, verklärt sich ihr Blick. Aufs Schönste ausgeleuchtet, erscheint das Schicksal einer «Ballerina» so unangestrengt, leichtfüßig, ohne jede Erdenschwere. Nichts kann ihren Höhenflug noch hemmen.

Aber die Dokumentation von Bertrand Normand beweist so...