Tanzen im Flow des Films
Keine Logik, keine Ordnung, keine Hierarchie. So sieht María Ribot alias La Ribot ihr neues Werk, «Llámame mariachi». Mit der engen Verbindung von Tanz und Film will sie nichts weniger als eine neue Bühnensprache entwerfen. Das Resultat ist verblüffend. Zwar fällt der von den drei Frauen La Ribot, Marie-Caroline Hominal und Delphine Rosay getanzte erste Teil der Uraufführung in Genf noch klar ab von der darauf folgenden fast halbstündigen Plansequenz, aber die ist großartig: So wurde Tanz selten gefilmt, kein Film hat je so getanzt.
Die drei Interpretinnen wechseln sich in der Rolle der Kamerafrau und Tänzerin gegenseitig ab, das Objektiv begibt sich auf eine Reise durchs Theater. Oberflächen, Wände, Risse, Pappkarton; die Kamera eilt einer Lichtquelle nach, fokussiert auf ein winziges Detail, bringt einen Fuß ins Bild, der tanzt, der rennt, die Kamera folgt. Wenig später spürt sie einem Zeigefinger nach, in schnellem Tempo durch wirre Gänge. Dann filmt sie Zeitungsausschnitte, schwenkt schon weiter, trifft auf einen Fernseher, auf eine Plastikblume, folgt einer Naht, verschiedenen Kanten, und nie ein Schnitt!
Wie in dem legendären schnittlosen Film «Russian Arc» von Alexander ...
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