Tanzen gegen das Vergessen
Nicht ein einziges der Fürther Kinder, die am 22. März 1942 aus einem jüdischen Waisenhaus «abgeholt» wurden, hat die Deportation überlebt. Aber keins von ihnen ist vergessen.
In «Mayim Mayim» werden sie in einem Projekt von Jutta Czurda vergegenwärtigt: Drei Dutzend Choreografen bat sie, für jedes von ihnen eine Patenschaft zu übernehmen – um im Rahmen der 1000-Jahr-Feierlichkeiten mit einem Stück Tanz an eins der dunkelsten Kapitel in der Geschichte des «fränkischen Jerusalems» zu erinnern.
Jakov Sedlar, Filmemacher aus dem kroatischen Split, hat das einmalige Ereignis für die Nachwelt festgehalten: eine DVD, die nicht nur den historischen Hintergrund in Dokumentaraufnahmen sichtbar macht, sondern mit Yehudit Arnon von der Kibbutz Contemporary Dance Company eine der prominentesten Patinnen zu Wort kommen lässt.
Das Projekt, ein choreografisches Kaleidoskop unterschiedlicher Soli und Szenen, wirkt jedoch nicht immer so schlüssig, wie man sich das gewünscht hätte, manchmal optisch allzu aufgesetzt und sich verselbstständigend. Aber letztlich ist es doch so, dass man sich am Schluss am liebsten einreihen würde in die Schar, die ausgelassen gegen das Vergessen antanzt.
Das Schicksal ...
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