Tanz-Zukunft: Heidelberg
Bernadette Sonnenbichler, Sie werden 2026/27 die erste Intendantin in der bewegten Geschichte des Heidelberger Theaters. Eine Herausforderung? Eine Belastung?
Ich begegne diesem Haus mit großer Wertschätzung – es hat sich in den letzten Jahren stark profiliert, künstlerisch wie in der Stadtgesellschaft. Ob ich nun die erste Frau in dieser Position bin, ist für mich nicht der entscheidende Punkt. Ich komme, um gemeinsam mit dem Ensemble und der Stadt gutes, relevantes Theater zu machen.
Mich interessiert, wie wir gemeinsam neue Perspektiven entwickeln, vielfältige Stimmen hörbar machen und das Theater als lebendigen Ort der Begegnung weiterdenken.
Zuletzt haben Sie als Oberspielleiterin am Düsseldorfer Schauspielhaus gearbeitet. Als Intendantin sind Sie künftig für alle Theatersparten verantwortlich. Was reizt Sie daran?
Mich reizt, dass ich als Intendantin ein Theater als öffentlichen Raum gestalten kann – einen Ort, an dem wir als Gesellschaft zusammenkommen, streiten, fühlen, denken. Mich interessiert, wie wir Vielfalt ernst nehmen und künstlerisch fruchtbar machen. Ich wünsche mir ein Theater, das nicht nur zeigt, was ist, sondern auch fragt, was möglich wäre – und das Räume ...
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Tanz Mai 2026
Rubrik: Side step, Seite 19
von Hartmut Regitz
JOCASTA‘S LINE
Sophokles lieferte die Vorlage, Igor Strawinsky die Partitur, und Sir Wayne McGregor erarbeitete mit dem Norwegischen Nationalballett in Oslo eine ganz eigene Fassung der Ödipus-Tragödie: «Jocasta‘s Line», vergangenen Herbst uraufgeführt (tanz 12/25), besticht als Gesamtkunstwerk. Geboren aus dem Geist kollektiver Kraftanstrengung, treten hier...
CD des Monats
Daníel Bjarnason
Hierzulande kennen die meisten Daníel Bjarnason als Dirigenten. Dass der Isländer sich auch aufs Komponieren versteht, hat sich dagegen noch nicht herumgesprochen. Dabei ist gerade sein Klavierkonzert mit dem scheinbar so harmlosen Titel «Feast» wie geschaffen für eine tänzerische Interpretation: Inspiriert von Edgar Allan Poes...
Der schöne Schein des klassischen Balletts wertete weibliche Jugend traditionell höher als fast alles andere: Jenseits der 40 war in der Regel sowieso Schluss mit topathletisch faltenfreier Performance. Ausnahmen wie Margot Fonteyn oder Marcia Haydée, die zwei Dekaden länger durchhielten, bestätigten die Regel. Die Pariser Oper schickt Stars wie Sternchen (m/w/d)...
