«Fanny Elssler» mit Lilian Harvey und Rolf Möbius im Fasangarten von Schloss Schönbrunn, um 1936; Foto: ullstein bild / Imagno/Austrian Archives

Tanz mit der Kamera

Das Filmmuseum Potsdam blättert ein Geschichtskapitel auf, das noch gar nicht zu Ende ist. Hundert Jahre sind Körperkinetik und Kinematografie inzwischen liiert – eine Wahlverwandtschaft mit vielen Facetten.

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Was treiben die Herrschaften da bloß, in diesem riesenhaften Goldfischglas ohne Wasser? Die Damen tragen Schaftstiefel und hautenge Schlauchkleider, die Herren futuris-tische Uniformen, mit stoischer Miene wippt man aneinander vorbei: Hände in den Nacken, Ellbogen seitlich ein- und ausklappen, Schritt, Schritt, Partnerwechsel und die Arme kreisrund von unten nach oben führen – erinnert irgendwie an den Auftakt von Maurice Béjarts «Boléro». Nicht auszuschließen, dass die eine oder andere Passage dieser extraterrestrischen Party eminente Vorbilder hat.

Der «Boléro» ging 1961 über die Bühne, die «Raumpatrouille Orion» startete fünf Jahre später in den Orbit des deutschen Fernsehens – und am Ende jeder Folge versammelte sich die Crew um Kommandant McLane (alias Dietmar Schönherr) im Starlight Casino des Raumschiffs, um das soeben bestandene Abenteuer mit einem flotten «Galyxo» zu feiern. Was nichts anderes ist als die galaktische Version des seinerzeit in irdischen Gefilden beliebten Modetanzes Calypso.

Zu bewundern ist das extravagante Vergnügen in Schwarzweiß auf einem Monitor im Potsdamer Filmmuseum, das unter dem Titel «Alles dreht sich … und bewegt sich» die--Liaison von Tanz ...

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Tanz Dezember 2017
Rubrik: Traditionen, Seite 57
von Dorion Weickmann

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