tanz in der turnhalle
«Das könnt ihr besser, Leute! Keiner zupft an seinen Klamotten, keiner spricht auf der Bühne!» Jo Parkes vom Berliner Verein TanzZeit pflegt eine klare Ansprache. Die Viertklässler der Erika-Mann-Grundschule aus dem Wedding, die sich im Radialsystem auf die Generalprobe von «Nur keine Angst» vorbereiten, schauen ein bisschen belämmert drein. Dass Kunst so viel Anstrengung erfordert, war ihnen vermutlich nicht ganz klar. Ein Jahr lang haben die 22 Kinder mit den TanzZeit-Coaches Lara Martelli und Josep Caballero Garcia gearbeitet.
Auf der Zielgeraden wird sich jetzt entscheiden, ob das 15-minütige Stück, das sie als Ergebnis präsentieren, künstlerischen Ansprüchen genügt oder eben – Kinderpipifax bleibt. Jo Parkes, die für Endabnahme und -politur zuständig ist, packt die Zehn- bis Elfjährigen bei der Ehre, redet mit ihnen auf Augenhöhe – und Tacheles: «Wir fangen nur an, wenn es mucksmäuschenstill ist.» Dafür sorgt Klassenlehrer Martin Kern, der das Projekt gemeinsam mit seiner Kollegin, der Sportpädagogin Kathleen Bonath, begleitet hat. Vierundzwanzig Stunden später atmen alle auf: Die Premiere war ein voller Erfolg. Grund genug, das Zusammenspiel von Tanz, Sport und Schule in ...
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Tanz November 2012
Rubrik: praxis, Seite 68
von Dorion Weickmann
Dave St-Pierre, Sie haben in diesem Jahr zwei Stücke praktisch gleichzeitig kreiert, und zwar auch noch in völlig verschiedenartigen künstlerischen und ästhetischen Welten: «Cirkopolis» mit Cirque Éloize und eine «Création 2012» für Ihre eigene Kompanie. Dieses Tanztheater-Fresko zu Liebe, Sexualität und Neurosen hat noch keinen Titel, ist aber schon auf Tournee.
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So viel Haut auf einer Theaterbühne sehen zu lassen, ist in den prüden USA wahrscheinlich nur in San Francisco möglich. Dabei stellt der Verzicht auf verhüllende Ballettstrumpfhosen die Tänzer des Alonzo King Lines Ballet nie aus, und genauso wenig ist er der Anbetung wohlgeformter Körper geschuldet. Die Sichtbarkeit der Gliedmaßen betont vielmehr Kings ästhetische...
Freitag – Lucent Danstheater Den Haag
Mit einer Festvorstellung zu Ehren von Hans van Manen eröffnet das Nederlands Dans Theater seine neue Spielzeit. Im Publikum sitzt auch die amerikanische Choreografin Andrea Miller. Sie ist offensichtlich überwältigt und etwas eingeschüchtert durch die Perfektion, Ausdrucks- und Formkraft des Maestro. Van Manen feierte im Juli...
