auf dvd: alonzo king lines ballet
So viel Haut auf einer Theaterbühne sehen zu lassen, ist in den prüden USA wahrscheinlich nur in San Francisco möglich. Dabei stellt der Verzicht auf verhüllende Ballettstrumpfhosen die Tänzer des Alonzo King Lines Ballet nie aus, und genauso wenig ist er der Anbetung wohlgeformter Körper geschuldet. Die Sichtbarkeit der Gliedmaßen betont vielmehr Kings ästhetische Vorliebe für die von Linien durchzogene Architektonik des Körpers und fordert den Tänzern noch exaktere Bewegungsabläufe ab, als sie ohnehin schon ausführen.
Folgerichtig bleibt die Bühnenfläche für den Tanz stets weit und bar jeden Dekors, gleichwohl fordern die reduzierten Bühnenbilder von Christopher Haas in «Triangle of the Squinches» (2011) von den Tänzern Einlassung auf Materialien, Formen und deren Beweglichkeit im Raum. Tausende senkrecht gespannter elastischer Fäden werden gedehnt, durchschritten, verformt und so zu Bewegungsauslösern, eine meterhohe Stellwand beweglicher Versatzstücke aus Hartpappe wird erklommen, erobert, gekippt, gefaltet und gerollt. Den zarten Texturen der Kostüme in «Scheherazade» (2009) entspricht Bühnenbildner Robert Rosenwasser mit leichten Stoffbahnen, Kompositionen von Francis Poulenc ...
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Tanz November 2012
Rubrik: medien, Seite 63
von Franziska Buhre
Vor einem Jahr holte die Merce Cunningham Dance Company zu einem finalen Flügelschlag aus, um sich nach der letzten Aufführung von Cunninghams Choreografien am 31. Dezember 2011 in alle Winde zu zerstreuen. Der 2009 verstorbene Erneuerer des Tanzes hatte es selbst so verfügt. Die «Legacy Tour» begann mit «CRWDSPCR» (1993) in New York und endete am letzten...
«Das könnt ihr besser, Leute! Keiner zupft an seinen Klamotten, keiner spricht auf der Bühne!» Jo Parkes vom Berliner Verein TanzZeit pflegt eine klare Ansprache. Die Viertklässler der Erika-Mann-Grundschule aus dem Wedding, die sich im Radialsystem auf die Generalprobe von «Nur keine Angst» vorbereiten, schauen ein bisschen belämmert drein. Dass Kunst so viel...
Dresden
Vielerorts ist – meist nur aus der Lokalzeitung – zu erfahren, dass angesichts der kommunalen Haushaltslage spätestens 2013/14 der Tanz als Sparte wieder mal infrage steht. Fangen wir in Dresden an. Man wirft William Forsythe vor, dass sich nur 3000 Zuschauer pro Jahr im Europäischen Zentrum der Künste Dresden die neueren Arbeiten des Meisters antun...
