tanz hat recht: unkündbarkeit hinauszögern
Zunächst einmal muss ich Ihnen sagen, dass Ihr Intendant nicht mit einer unzulässigen Anfrage an Sie herangetreten ist. Allerdings ist die Regelung im NV Bühne, auf die er sich bei seinem Vorgehen stützen kann, erst zum 1. Januar 2003 in Kraft getreten und deshalb noch nicht so bekannt. In § 61 Abs. 3 Unterabs.
3 NV Bühne wird Folgendes bestimmt:
«Besteht das Arbeitsverhältnis am Ende einer Spielzeit ununterbrochen mehr als acht Jahre (Spielzeiten), können der Arbeitgeber und das Solomitglied vertraglich vereinbaren, dass bis zu vier Spielzeiten der nachfolgenden Spielzeiten auf die 15 Jahre nach Unterabsatz 1 und 2 nicht angerechnet werden.»
Diese Regelung wurde in den NV Bühne eingefügt, weil Intendanten von ihren Rechtsträgern manchmal dazu gedrängt werden, Künstler, die kurz vor Erreichen des besonderen Nichtverlängerungsschutzes durch die 15-jährige Theaterzugehörigkeit standen, nicht zu verlängern. Viele Theater haben bereits zahlreiche «unkündbare» Künstler in ihrem Haus, und so wird mancherorts jeder neue «Unkündbare» als Belastung gesehen.
Damit aber nicht nur wegen Erreichens der 15 Jahre eine ansonsten ungetrübte künstlerische Zusammenarbeit beendet wird, haben die ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Juli 2012
Rubrik: praxis, Seite 72
von Anke Flock
Die einen laufen hinter dem Ball her, die anderen nennen es den kleinen Ball, ein Ballett. Niemand sähe darin irgendeine Verwechslungsgefahr. Deshalb hat auch noch keiner versucht, das Wort «Ballett» markenrechtlich schützen zu lassen. Was durchaus eine Überlegung wert wäre, denn dieser Tage ist der Sport besonders mächtig und genießt die volle Sympathie der...
...ist gerade noch in Israel. Während Mails hin- und hergehen und endlich ein Telefontermin gefunden wird, überschlagen sich dort die Ereignisse: Einmal mehr ist der Versuch, in Tel Aviv ein Konzert mit Werken Richard Wagners zu organisieren, im ersten Anlauf gescheitert. Seit 1938 gibt es keinen offiziellen, wohl aber einen inoffiziellen und umso wirkungsvolleren...
Sie sind die Top-Interpretin von Marie Chouinard und haben im Frühjahr vier Wochen lang mit den Ballets de Monte-Carlo gearbeitet, um diesen als erster Kompanie überhaupt Chouinards «bODY_rEMIX/les_vARIATIONS_gOLDBERG» zu übergeben. In der Originalversion ist es ein Stück für neun Tänzer, hier nun für zwanzig. Das heißt, Sie haben der Kompanie vor allem eine...
