Tanz auf linie
Bautzen, eine Kleinstadt in der Oberlausitz. 41 000 Einwohner. Es ist kurz vor 20 Uhr. Im großen Haus des Deutsch-Sorbischen Volkstheaters, hier, wo als Erstes nach der Wende das Ballett abgewickelt wurde, bereiten sich die Männer auf einen Fußballabend vor. Gazprom Schalke 04 versucht das Unmögliche und will den FC Barcelona aus der Championsliga kicken. Eine wahnwitzige Vorstellung. Die Straßen sind fast menschenleer.
In der Stadt mit dem despektierlichen Ruf eines verruchten Gefängnisses, dem berühmten «Gelben Elend», hat man es sich vor dem Fernseher gemütlich gemacht.
Etlichen Damen der Stadt und der näheren Umgebung, so knapp vierzig an der Zahl, geht das schwer am Tanzschuh vorbei. Sie treffen sich in der Turnhalle des Schiller-Gymnasiums. Das Schuhwerk wird laut Schulordnung gewechselt. Die Tänzerinnen stellen sich – heute ist tatsächlich nur ein einziger Tänzer am äußersten Rand mit von der Partie (siehe Fußball) – in vier Reihen auf. Damit sind sie on the line. Aus dem Ghettoblaster tönen erste Takte von Shania Twains Countryhit «Any man of mine». Die Trainerin, Monika Oertel, zählt vor. Die Tänzerinnen zwischen 20 und 62 Jahren rufen sich die Schrittfolge des Canadian ...
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Tournee-Kompanien, zu denen trotz fester Standorte auch die Forsythe Company gehört, überleben allein durch Selbstausbeutung. Jeder Einzelne steht ununterbrochen unter Hochdruck. Am Premierenabend von «Yes We Can’t» im Festspielhaus Hellerau brach der Tänzer Christopher Roman zusammen. Der Stress. Die Zuschauer haben davon nichts mitbekommen. Der neueste...
Upcoming Japanese theatre director Toshiki Okada explores inventive methods of contemporary acting, focusing especially on the dissimilarity of physical movement from text. Since establishing his own company, chelfitsch, (from a child’s pronunciation of “selfish”) in 1997, he has questioned the predominant acting style of conventional theatre’s Stanislavski-method...
Euripides, der alte Grieche, schrieb um 406 vor Christus die «Bakchen» – ein Stück, in dem er ein für alle Mal mit dem Tanzen abrechnete. Die Bakchen sind bei ihm Anhängerinnen des sogenannten Dionysos-Kults. Alle drei Jahre verlassen sie ihr Dorf in Thrakien und gehen in die Wälder, um dort zum Tier zu werden. Sie tanzen sich in Ekstase und glauben an einen Gott...
