Tango
«Für was kann Tango alles gut sein?», fragte Pina Bausch 1980 während der Proben zu ihrem Stück «Bandoneon». Es war zu einer Zeit, als Tango in Europa und in Japan auf eine knapp hundertjährige Geschichte zurückblicken konnte und wieder einmal ein Revival erlebte. Nun, 2009, ist Tango gar zum Weltkulturerbe erklärt worden und gehört damit neben der tibetischen Oper und dem Kabuki-Theater zu den schützenswerten immateriellen Kulturgütern.
Aber kann man einen populären, mittlerweile globalisierten und Mythos gewordenen Tanz überhaupt schützen? Und wovor?
Eine Antwort auf die Frage von Pina Bausch lieferte jüngst eine Frankfurter Studie. Tangotanzen hebt nicht nur die Stimmung, sondern hat auch einen zentralen Einfluss auf die Ausschüttung von Stress- und Sexualhormonen: Erstere nehmen beim Tanzen ab, Letztere zu. Was jeder Paartherapeut bestätigt, der Tango gern als Heilmittel gegen verfahrene Beziehungen einsetzt.
Tango als Medizin, das mag funkltionieren. Mehr noch aber steckt in ihm ein globaler Mythos, der mit vielen, zum Teil widersprüchlichen Zuschreibungen versehen wurde. Tango ist zugleich Tanz, Musik und Text. Er ist Geschichte, Kultur und Industrie; global, national und ...
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