Susanne Linke
Susanne Linke ist wahnsinnig ehrlich und kein bisschen in sich selbst vernarrt. Dem Herausgeber ihrer großformatigen ersten Monografie Schritte verfolgen, Norbert Servos, legt sie in zahlreichen Sitzungen das Leben einer großen Lady des deutschen Tanzes aus. Man liest mit Respekt und in aufsteigender Linie ein freies Leben ohne Abschließendes und ahnbares Ende. Susanne Linke (© Bettina Stöss) ist für heutige Tänzer und Choreografen eine erste und letzte, weil grundehrliche Verbindungslinie zwischen Dore Hoyer und der Postmoderne.
Mit erstaunlicher Geradlinigkeit rekapituliert sie eine schwere Kindheit, die ihr aufgrund einer Meningitis verwehrte, richtig hören und damit sprechen lernen zu können. Tanz war zuerst Flucht und Freiheit, später auf Einladung von Dore Hoyer das Mittel der Arbeit an sich selbst und zur Transzendenz «aus alltäglicher Not», wie Norbert Servos schreibt. Also notwendige, konzentrierte Kunst, Widerstand gegen sich selbst, ein Kampf, der heute die Bewunderung vor allem der Generation findet, die weit entfernt von «Tradition» aufwächst. Ihre Arbeit macht sie sogar in Tagebüchern transparent, die sie freimütig überließ. Nach Themen geordnet, versuchen sieben ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Könnten nicht Ballettkritiker an Premierensamstagen im Radio etwas Ähnliches machen wie Fußballreporter bei der Bundesliga? Wäre es nicht reizvoll, eine Ballettaufführung live zu kommentieren? Vergleiche und Statistiken etwa, wie sie in den Fußballsendungen häufig angeführt werden, ließen sich zu berühmten Klassikern im Tanz leicht zusammenstellen. Statt die...
Würden Sie dieser Mannschaft den Sieg zutrauen? Beherrschen die Tänzer des English National Ballet die Kunst des Dribbelns weniger, die des Trippelns besser? Christoph Bausenwein erklärt auf den nächsten Seiten, warum der Fußball vom Tanz abstammt. Der Tanz erinnert sich seines kleinen Bruders anlässlich des Kulturprogramms zur FIFA WM in Deutschland. André Heller...
Auf den ersten Blick gleicht das Programm der Speisekarte einer französischen Brasserie: Jugendstil. Aufgeschlagen aber sieht das Menü ganz anders aus: «La bague du roi» steht hier, «eine musikalische Fabel». Vom «Duo maestoso» bis zum Finale, von einer «Fugue de Tania» zur sibyllinischen «Private Perfektion: Offenbarung»: die Stücke sind absurd benannt. Nah an der...
