Kevin O’Day: «Robert, Richard & Johann»
Wie soll man es verstehen, wenn ein amerikanischer Choreograf zu einem Ballettabend einlädt, der unter dem Motto steht: «Per Du mit drei deutschen Meistern»? Wenn diese Meister aus der Musikgeschichte kommen, Robert Schumann, Richard Wagner und Johann Sebastian Bach heißen? Und der Choreograf Kevin O’Day, bekannt für seine dynamischen, raffinierten Stücke zu experimenteller, zeitgenössischer Musik?
Um ehrlich zu sein, man weiß vorher nicht genau, wie diese Vertrautheit gemeint ist, und man hat am Ende des dreiteiligen Abends im Nationaltheater Mannheim nicht den Eindruck, dass M
usik und Tanz die Distanz der Zeit überbrückt haben.
Keine Frage, Kevin O’Day hat sich mit diesem Titel für sein neues Programm einiges vorgenommen. Nicht ganz ohne Erfolg. Der dritte Teil des Abends – «Johann», zu Ausschnitten aus Bachs «Brandenburgischen Konzerten» – soll im Februar auf der Tanzplattform in Stuttgart präsentiert werden. Aber gerade an diesem Ort wird das Wiedersehen möglicherweise enttäuschend werden, denn den Vergleich mit O’Days Stücken für das Stuttgarter Ballett hält «Robert, Richard & Johann» nur schwer stand.
Man wird dem Konzept wohl am ehesten gerecht, wenn man es unter jener ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Afro war zu Zeiten von Martin Luther King und Apartheid der Lockenlook protestierender Nachkommen afrikanischer Sklaven, die, obwohl Kinder von Feldarbeitern, richtig gut tanzen konnten. Falls sie nicht Jimmi Hendrix hießen. Der Wahlwiener Bob Curtis (© Michael Winkelmann) ist einer von ihnen, der zufällig zum Tanz kam, es dann aber gleich an die streng weiße...
John Jasperse‘s new performance work contains dancing, or, rather, dancelike behavior, but the focus is the audience, 48 tops at each performance, who serve as the major set element, a living floor. “Prone” is an interactive thing. You should prepare to lie down on your back on one of 24 transparent air mattresses for half of the 70-minute running time.
The...
Wie verwandelt man zeitgenössischen Tanz und Neue Medien in populäre Kunst? Indem man dem Volk die Freiheit gibt, sich zwischendrin selbstbestimmt, frei und locker zu bewegen. Unbeobachtet, dafür aber gefilmt. Die D-boîte (die Tanzkiste) ist mit rotem Plexiglas verkleidet. Die Tür der boîte steht offen. Lebensgroße Fotos von Tänzern in Schwarz-Weiß zieren die...
