Kevin O’Day: «Robert, Richard & Johann»
Wie soll man es verstehen, wenn ein amerikanischer Choreograf zu einem Ballettabend einlädt, der unter dem Motto steht: «Per Du mit drei deutschen Meistern»? Wenn diese Meister aus der Musikgeschichte kommen, Robert Schumann, Richard Wagner und Johann Sebastian Bach heißen? Und der Choreograf Kevin O’Day, bekannt für seine dynamischen, raffinierten Stücke zu experimenteller, zeitgenössischer Musik?
Um ehrlich zu sein, man weiß vorher nicht genau, wie diese Vertrautheit gemeint ist, und man hat am Ende des dreiteiligen Abends im Nationaltheater Mannheim nicht den Eindruck, dass M
usik und Tanz die Distanz der Zeit überbrückt haben.
Keine Frage, Kevin O’Day hat sich mit diesem Titel für sein neues Programm einiges vorgenommen. Nicht ganz ohne Erfolg. Der dritte Teil des Abends – «Johann», zu Ausschnitten aus Bachs «Brandenburgischen Konzerten» – soll im Februar auf der Tanzplattform in Stuttgart präsentiert werden. Aber gerade an diesem Ort wird das Wiedersehen möglicherweise enttäuschend werden, denn den Vergleich mit O’Days Stücken für das Stuttgarter Ballett hält «Robert, Richard & Johann» nur schwer stand.
Man wird dem Konzept wohl am ehesten gerecht, wenn man es unter jener ...
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