Superamas: «Empire (Art & Politics)»
Da der Mensch nicht nur ein biologischer, sondern auch ein sozialer und ein politischer Körper ist, feiert das politische Tanztheater fröhliche Urständ. Denkt man. Denn um das Stück des österreichisch-französischen Kollektivs Superamas, «Empire (Art & Politics)», wurde in Avignon und gleich danach in Wien ein enormes Gewese gemacht. Ein österreichischer Kollege sieht in dieser mit Krachbumm inszenierten Globalisierungsschelte gar die Revolutionierung des politischen Theaters. Napoleons Schlacht bei Aspern im Jahre 1809 mit ihren 40.
000 Toten gilt für Superamas als Initialzündung der modernen Kriegsmaschinerie. Historische Kostüme und Kanonendonner, schneidige Uniformträger und in jeder Beziehung hingebungsvolle Frauen suggerieren Authentizität, die sich allerdings mit der Einfahrt einer Kamera auf die Bühne als Trug erweist. Die Filmproduktion ist anschließend bei einem leichtlebigen französischen Botschafter eingeladen, der keinen Weiberrock unbegrapscht an sich vorüberziehen lassen kann. Small talkend wird nun flugs der Irak-Krieg verhandelt und abgehakt. Ins Party-Geschwätz mischt sich ein politischer Flüchtling aus Somalia mit der ungebührlichen Bemerkung, dass in seinem Land ...
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