stuttgart
In der «Geschichte vom Soldaten» lässt der Teufel die Flammen züngeln, und im «Feuervogel» entfacht Sidi Larbi Cherkaoui anschließend einen solchen Bühnenzauber, dass man fast um das Theater fürchtet. Ein Regenguss wäre da mehr als willkommen. Den hat es allerdings schon im Anfangsbeitrag von Marco Goecke gegeben, der nicht nur aus Qualitätsgründen an das Ende dieses Ballettabends gehört hätte. Der Hauschoreograf des Stuttgarter Balletts interpretiert «Le Chant du rossignol» so, wie es der Titel des dreiteiligen Programms verspricht: «Strawinsky HEUTE».
Das einzulösen, gelingt erstaunlicherweise am wenigsten dem jüngsten Choreografen, Demis Volpi. Er erzählt «Die Geschichte vom Soldaten» so, wie sie im Buch steht. Aber weil er auf ihre sprachliche Vermittlung verzichtet, können Ton, Text und Tanz nicht mehr wie beabsichtigt ineinander greifen. Es fehlt das Visionäre des Werks, und Alicia Amatriain kann dieses Manko nicht wettmachen, indem sie sich als Teufel wie ein urzeitliches Reptil durch die Geschichte windet.
Auch Sidi Larbi Cherkaoui (siehe S. 24), zum ersten Mal in Stuttgart mit von der Partie, lässt sich gar nicht erst aufs Erzählen ein, sondern nimmt die «Feuervogel»-Suite ...
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Tanz Juli 2015
Rubrik: kalender und kritik, Seite 42
von Hartmut Regitz
Das Thema der Hochzeit wird in der neuen Ballettpremiere im Linzer Musiktheater aus zwei Perspektiven beleuchtet. Zwei Choreografinnen aus unterschiedlichen Kulturen und mit verschiedenen Tanzsprachen beschäftigen sich damit. Die Koreanerin Hea-Kyung Lee beruft sich in «Mae» auf eine überlieferte Geschichte, und zwar die des Thronfolgers einer alten Dynastie,...
Tänzer haben’s gerne warm. Das Training beginnt morgens in Beinwärmern, Stulpen, Socken, Overalls oder Sporthosen, in den Pausen wickelt man sich in Selbstgestricktes und zieht die dicken, gefütterten Dance Booties über die Füße. Zoulfia Choniiazowa dagegen betritt um neun Uhr morgens einen kleinen Raum, in dem minus 110 Grad herrschen, eine Temperatur, wie sie auf...
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