multitasker
Wayne McGregor, Sie haben vor zwei Jahren mit «Raven Girl» zum ersten Mal eine «New Fairytale» vorgestellt, jetzt mit «Woolf Works» beim Royal Ballet Ihr erstes abendfüllendes Ballett konzipiert. Werden Sie erzählerischer? Ja, erzählerische Formen interessieren mich zunehmend, auch um mich danach wieder von ihnen abzustoßen, also ganz andere Parameter als Logik und Handlung wichtig zu finden.
Für die Hauptrolle von «Woolf Works» haben Sie eine berühmte Protagonistin engagiert – eine, die sich schon längst zurückgezogen hatte.
Jetzt ist sie wieder da. Dass Alessandra Ferri zugesagt hat, hat mich sehr berührt. Sie ist eine Legende, kam vom Royal Ballet, wurde ein Weltstar in New York. Ich habe sie 2013 in Martha Clarkes «Chérie» nach der Vorlage von Colette gesehen – als reife Verführerin eines ganz jungen Mannes. Bei einer Tasse Kaffee habe ich ihr dann eröffnet, dass ich mir mein Woolf-Stück überhaupt nur mit ihr vorstellen kann – mit ihrer Reife, ihrer neugewonnenen Freiheit auch. Sie hat zunächst gezögert, sie hatte Angst und meinte, ich wüsste doch gar nicht, was sie noch könne! Erst als ich sagte: «Ich brauche dich, um mich selbst als Künstler weiterzuentwickeln» – da hat sie ...
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Tanz Juli 2015
Rubrik: produktionen, Seite 14
von Manuel Brug
ist der Stoff, aus dem Theater gemacht wird. Der Autor begegnet einem Thema, die Choreografin einer Vorlage, der Tänzer einer Choreografie – bis zuletzt das Publikum auf eine Aufführung trifft. Jeder Entwicklungsschritt wird dokumentiert, auf Fotografien, in Filmen, für Archive. So verwandelt sich die Begegnung in Material, in eine Konserve, die das Lebendige des...
Durch die Leere führt ein Strich. Aus dem Strich wird ein Kreis. Je transzendentaler, desto besser. Nacera Belaza macht keine Bühnenshows. Bei ihr laufen repetitive Muster, von Anfang bis Ende mit minimalen Variationen durchsetzt. Da bleibt nichts kleben. Keine Geschichte, keine Bilder, keine zeitliche Orientierung. Selbst der Titel hilft nicht. Dabei setzt «La...
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