Stuttgart: Stiens, Fokine, Adorisio, Van Manen, Novitzky, Béjart «Response i»
Tamas Detrich kämpft für seine Truppe: Weil der Stuttgarter Ballettintendant sich sehr früh an die Corona-Konditionen für das Training von Spitzensportlern angehängt hatte, durften seine Tänzer bereits im April zurück ins Studio. Ende Juli brachte das Stuttgarter Ballett als einzige deutsche Großkompanie einen kompletten Ballettabend vor Live-Publikum auf die Bühne. 240 Zuchauer sahen sichtlich glückliche Tänzer, die nur vier Monate auf ihre Kunst verzichten mussten, nicht ein halbes Jahr oder gar open end wie viele Kollegen.
Statt elaborierter Programmatik wie bisher bestimmte Corona die Dramaturgie – so schnell wird man genügsam, ja dankbar. Im Talentpool Stuttgart gibt es immer junge Choreografen, nur sind es derzeit leider nicht die originellsten Idiome, weshalb die drei Novitäten stärker von der Ausdruckskraft der vielen jungen Talente geprägt waren als von der Inspiration derer, die durch Distanz etwas von der Einsamkeit der Pandemie erzählen wollten. Momente der Verzweiflung wurden pantomimisch-zeichenhaft, manchmal fast banal versinnbildlicht: sehnende Arme, Hände am Herzen. Sie umarmten Puppen und schauten leere Stühle an, mehr als den Tanz hatten Louis Stiens, Fabio ...
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Tanz Oktober 2020
Rubrik: Kritik, Seite 40
von Angela Reinhardt
Thimotheus Wagner, 2019 hat Jung von Matt einen Werbespot für den 3er-BMW gemacht. Würde das blaue Auto fehlen, wäre es ein astreiner Tanzfilm. Was interessiert die Werbung am Tanz?
Bei BMW lautet der Markenkern: Freude. Tanz ist ziemlich gut geeignet, Freude darzustellen. Als wir bei Jung von Matt das Briefing für den 3er bekamen, wussten wir: Der 3er ist das...
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