Stuttgart: Stiens, Fokine, Adorisio, Van Manen, Novitzky, Béjart «Response i»
Tamas Detrich kämpft für seine Truppe: Weil der Stuttgarter Ballettintendant sich sehr früh an die Corona-Konditionen für das Training von Spitzensportlern angehängt hatte, durften seine Tänzer bereits im April zurück ins Studio. Ende Juli brachte das Stuttgarter Ballett als einzige deutsche Großkompanie einen kompletten Ballettabend vor Live-Publikum auf die Bühne. 240 Zuchauer sahen sichtlich glückliche Tänzer, die nur vier Monate auf ihre Kunst verzichten mussten, nicht ein halbes Jahr oder gar open end wie viele Kollegen.
Statt elaborierter Programmatik wie bisher bestimmte Corona die Dramaturgie – so schnell wird man genügsam, ja dankbar. Im Talentpool Stuttgart gibt es immer junge Choreografen, nur sind es derzeit leider nicht die originellsten Idiome, weshalb die drei Novitäten stärker von der Ausdruckskraft der vielen jungen Talente geprägt waren als von der Inspiration derer, die durch Distanz etwas von der Einsamkeit der Pandemie erzählen wollten. Momente der Verzweiflung wurden pantomimisch-zeichenhaft, manchmal fast banal versinnbildlicht: sehnende Arme, Hände am Herzen. Sie umarmten Puppen und schauten leere Stühle an, mehr als den Tanz hatten Louis Stiens, Fabio ...
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Tanz Oktober 2020
Rubrik: Kritik, Seite 40
von Angela Reinhardt
Sonia Bartuccelli, Sie sind als Tänzerin, Choreografin und Coachin im Bereich TV, Film und Werbung tätig, etwa für Formate wie «X-Faktor» oder «The Voice of Germany». Mit Helene Fischer und David Garrett waren Sie auf Tour, sind aber genauso in der Komischen Oper Berlin aufgetreten. In Ihrem Berliner Studio bieten Sie eine dreimonatige Tanzfortbildung an – das...
Ein schwedisches Ballett in Paris, wie kam es dazu? Der russische Impresario Sergei Diaghilew hatte 1909 für Aufruhr gesorgt, als er der französischen Hauptstadt eine russische Tanzkompanie mit genuin russischem Repertoire vorstellte. Seine «Saison russe» mit Opern- und Ballettvorstellungen im Théâtre du Châtelet sollte nicht nur die Geschichte des Balletts...
Intelligence artificielle, kurz: I.A. Schon im Titel deutet Jean-Christophe Maillot an, dass seine «Coppélia» über künstliche Intelligenz verfügt. Tatsächlich ist bei der «Coppél-i.A.»-Produktion der Ballets de Monte-Carlo einiges anders. Nicht die Musik von Léo Delibes erklingt. Auch lässt das Ambiente gar nicht erst den Gedanken aufkommen, die Geschichte könnte...
