stuttgart: Christian Spuck «Poppea//Poppea»
Kaum ist die Anfangssequenz vorbei, ahnt man: Christian Spucks «Poppea//Poppea» wird alles andere als ein Ballett mit vorhersehbarem Handlungsstrang sein. Zu Beginn stellt eine Tänzerin (Marianne Illig) in lakonischer Kürze die sechs Hauptpersonen des Dramas vor – eine Ziffer und zwei, drei kurze Sätze müssen genügen. So hat selbst der, der den historischen Hintergrund nicht kennt, elementare Informationen, um dem Bühnengeschehen eine Geschichte unterlegen zu können.
Spuck, noch zwei Spielzeiten lang Hauschoreograf des Stuttgarter Balletts, ehe er die Leitung des Zürcher Balletts übernimmt, hat seine Choreografie für das lokale Konkurrenzensemble kreiert, für Gauthier Dance, beheimatet am Stuttgarter Theaterhaus. Die kleinere Kompanie, die kleinere Bühne scheinen ihn beflügelt zu haben zu einem entfesselten Handlungsballett, das sich locker über narrative Strukturen erhebt, ohne den Plot aus den Augen zu verlieren: hierin vergleichbar Marco Goeckes vier Wochen zuvor ebenfalls in Stuttgart uraufgeführtem «Orlando». Natürlich ist es im choreografischen Zugriff ganz anders gelagert, doch ebenso wirkungsmächtig.
Inspirieren ließ sich Spuck von Claudio Monteverdis letzter Oper ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Die in Stockholm ansässige Lilian Karina Foundation, gegründet von der 1940 nach Schweden emigrierten Ausdruckstänzerin Lilian Karina (1907–2007), hat zum ersten Mal ein Forschungsstipendium vergeben. Ausgeschrieben für Projekte im Bereich von Tanz und Politik, geht die Zuwendung in Höhe von 70.000 Schwedischen Kronen an Laure Guilbert, Lektorin für Tanz an der...
Die größte Fotoschau in Spanien heißt «PhotoEspaña». Sie ist keine Messe, sondern eine Kunstschau, die überall in Madrid in Museen, Galerien und Kulturräumen zu sehen ist. Einer dieser Orte heißt Canal de Isabel II, ein siloartiges Gebäude. Dunkel und kühl ist es drinnen, die Augen benötigen einen Moment, um sich zu gewöhnen. Kleine Lampen beleuchten riesige,...
wird zum Jahresbeginn 2011 Direktor des St. Petersburger Michailowski-Balletts. Der langjährige Leiter der spanischen Compañía Nacional de Danza, der seinen Vertrag in Madrid aus politischen Gründen nicht verlängerte, soll am Michailowski-Theater nach dem Willen von Intendant Wladimir Kechman für eine Modernisierung der bisher rein klassischen Kompanie sorgen. Der...
