Streitbar

Adil Laraki wird als Vorkämpfer für Tänzerrechte geehrt.

Mit Menschen kann er. Was vermutlich damit zu tun hat, dass Adil Laraki mit sechs Geschwistern aufwuchs mitten in der quirligen Hauptstadt Marokkos. In Rabat war er umgeben von Internationalität. Nahezu alle Kulturinstitute der Welt befanden sich im Umkreis seines Zuhauses. Das Theater war um die Ecke. Als kleiner Junge schlüpfte er oft unbemerkt mit fremden Großfamilien hinein. «Geld hatte ich ja nicht», schmunzelt Laraki. «Aber irgendwann versuchte man, mich aufzuhalten. Doch ich fand einen Weg – über den Pförtner.

»

Der Junge sah russisches Ballett und Jochen Ulrichs Tanz-Forum Köln mit «Der grüne Tisch». Bei einer Vorstellung, in der ein Freund auftrat, meinte er, mit Ballett den richtigen «Sport» gefunden zu haben. Denn der zarte Knabe suchte nach einer Disziplin, um sich zu kräftigen. Er hatte im Kino Bruce Lee gesehen. Aber Karate-Training war teuer. Stattdessen öffnete sich eine andere Tür, denn der Ballett-Lehrer des Freundes nahm nichts für den Unterricht, erinnert sich Laraki. So kam er zum Tanz und ist heute nach einer eigenen Tänzerkarriere am Staatstheater Hannover und am Aalto Ballett Essen deutschlandweit der meist gefragte Gewerkschafter und Betriebsrat in Sachen ...

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Tanz Oktober 2021
Rubrik: Menschen, Seite 23
von Bettina Trouwborst

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