Stichprobe: Ballet van Vlaanderen mit Forsythes «Impressing the Czar»

Tanz - Logo

Bei den Finalszenen «Bongo Bongo Nageela» und «Mr.

Pnut goes to the big top» reibt sich der William-Forsythe-Habitué verwundert die Augen: Hatte das Ballett Frankfurt 1988, als es Impressing the Czar aus der Taufe hob, wirklich so viele Tänzer, wie sie jetzt einheitlich in amerikanischen Schulmädchen-Uniformen und mit Pagenperücken das Königliche Ballett von Flandern auf die Bühne schickt? Ansonsten sieht das fast zwanzig Jahre alte Stück, das vor zehn Jahren zum letzten Mal aufgeführt wurde, ziemlich genau so aus, wie man es in Erinnerung hat – auch wenn die Anspielungen auf den Brand der Frankfurter Oper, mit denen der immer noch verblüffende erste Akt des Stücks, «Potemkins Unterschrift», heute wie damals aufwartet, niemand mehr versteht.
Die Australierin Kathryn Bennetts, die heute das Flandern-Ballett leitet, ist 1989 als Ballettmeisterin zum Ballett Frankfurt gestoßen und betreute danach jahrelang als William Forsythes rechte Hand dessen Stücke. Ehe sie sich, in dieser Spielzeit, daran machte, «Impressing the Czar» in voller Länge auf die Bühne zurückzuholen, lehrte sie ihrer Kompanie bereits 2004 das Mittelteil des Stücks, «In the Middle, Somewhat Elevated», das sie auch beim ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz März 2006
Rubrik: on stage, Seite 39
von Jochen Schmidt

Vergriffen
Weitere Beiträge
Neue Mozart-Tanzstücke

Who the fuck is Mozart?
nennt Sergei Vanaev seinen Mozart-Beitrag tatsächlich. So ganz dämlich ist die Frage vielleicht nicht. Der Choreograf in Bremerhaven denkt wohl manchmal auch: Where the fuck is Bremerhaven? Denn selbst dann ist man noch nicht am Ziel- und im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit, wenn es um die Salzburger Wunderkind-Feier des Jahres 2006 geht....

Der Junge: Malakhov

«Er ist einmalig», meint der ehemalige Ballettmeister und Direktor der John Cranko-Schule, Alex Ursuliak: «Er hat einen Sprung – wie Juri Solowjew einst. Er hat Beine wie kein anderer, beinahe weiblich schön. Er hat einen unglaublich geschmeidigen Körper, noch ganz jung in seiner Form, und ein Gesicht mit dem gewissen Etwas, so wie man es von Vaslav Nijinsky kennt:...

De Keersmaeker ohne La Monnaie

Rosas muss die Brüsseler Oper verlassen. Die Kompanie von Anne Teresa De Keersmaeker (Foto: Herman Sorgeloos) verliert 2007 ihre Residenz am Königlichen Opernhaus La Monnaie/ De Munt. Der designierte Direktor der Oper, Peter De Caluwe, beabsichtigt, kein eigenes Ensemble mehr am Haus zu halten, sondern mit mehreren Kompanien zusammenzuarbeiten. Eine Verbindung wird...