Jenseits
Draußen vor den großen Sichtfenstern fegt der Wind und weint der Himmel, drinnen im Project Space der Kunsthalle Wien ist es unheimlich warm. Aus Lautsprecherboxen quäkt Hitlers Stimme eine Hetzrede gegen das Judentum. Das Publikum schwitzt ein wenig, während der südafrikanische Performer Steven Cohen mit zwei phallischen Miniaturkameras seinen Körper untersucht. Äußerlich und innerlich. Sein Gaumenzapfen stößt wie ein Penis in Richtung Linse, die Öffnung an der Spitze seiner Eichel macht einen Plappermund, und aus dem Innern seines Rektums übertragen sich diffuse Schatten.
Ein Höhlengleichnis zu «Sieg Heil!»-Gebrüll aus der Pandora-Konserve.
Dancing Inside Out heißt die Tanzperformance des politisch engagierten, 1962 geborenen Künstlers, der Drag-Glamour mit politischen Affront-Signalen mischt. Geschichte ist ein giftiger Sud. Steven Cohen fischt Zeichen, Bilder, Memorabilien und tanzt darauf. Eine so glitterige wie schrottige Figur, deren Gasmaskenspiel der Genitalien (Verzeihung, Herr Herzmanovsky-Orlando!) spitz auf das NS-Dokumentationsgeschwitze verweist, das diverse TV-Stationen seit einiger Zeit umtreibt. Wider allmögliche Diskursblockaden setzt Cohen einen tragikomischen ...
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When Tommi Kitti begins performing, he walks to the stage like a flamenco dancer – to set the mood with improvised movement. His music is obviously not flamenco, his song isn‘t cante jondo, for he is a bluesman, whose movements are engaged in a dynamic dialogue with John Lee Hooker. “White negro,“ “the only blues-dancing Samean,“ these are only two of the terms...
«Er ist einmalig», meint der ehemalige Ballettmeister und Direktor der John Cranko-Schule, Alex Ursuliak: «Er hat einen Sprung – wie Juri Solowjew einst. Er hat Beine wie kein anderer, beinahe weiblich schön. Er hat einen unglaublich geschmeidigen Körper, noch ganz jung in seiner Form, und ein Gesicht mit dem gewissen Etwas, so wie man es von Vaslav Nijinsky kennt:...
Rosas muss die Brüsseler Oper verlassen. Die Kompanie von Anne Teresa De Keersmaeker (Foto: Herman Sorgeloos) verliert 2007 ihre Residenz am Königlichen Opernhaus La Monnaie/ De Munt. Der designierte Direktor der Oper, Peter De Caluwe, beabsichtigt, kein eigenes Ensemble mehr am Haus zu halten, sondern mit mehreren Kompanien zusammenzuarbeiten. Eine Verbindung wird...
