Mourad Merzouki: «Terrain vague»
Frankreichs Trabantenstädte leiden unter Isolation und Bandenkriegen. Noch immer kämpfen die HipHopper gegen das Image vom potenziellen Gewalttäter, der sich im Tanz abreagiert. Längst verkörpern sie das Gegenteil von Abschottung und haben auch letzte Berührungsängste verloren, wie es auf dem Festival Suresnes Cités Danse in Ohr und Auge sprang. Die Kompanie Trafic de Styles spielt in «Spécimen» ein absurdes Kabarett. Farid Berki berichtet, wie er in China mit gestandenen Akrobaten der Pekingoper kreierte.
In Mourad Merzoukis «Terrain vague» narrt eine Schauspielerin Tänzer und Artisten. Der Zugewinn an künstlerischer Freiheit ist gewaltig. Schon will er mehr, hat eine Zusammenarbeit seiner Kompanie Käfig mit dem Symphonieorchester von Lyon im Auge. Das Paradox: «Terrain vague» erzählt vom Verlust der Freiheit. «Eine gewisse Nostalgie verbindet mich mit dieser Art von Brachland, wo jeder ganz und gar frei ist zu bauen, zu zerstören, zu spielen, zu kreieren.» Oasen in einer urbanen Landschaft, die an sich selbst erstickt. Merzouki war nie ein Breaker ohne Durchblick nach draußen. Mit sieben Jahren nahm er seine ersten Lehrstunden in einer Zirkusschule, und er blieb dabei, bis er ...
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Was treibt Ballettdirektoren dazu, für ein, zwei vakante Stellen großangelegte Auditions auszuschreiben und so mit den Hoffnungen junger Tänzer zu spielen? Den Hunderten Anwärtern, die nach der ersten Runde eines Vortanzens in Theaterkantinen ihre Tränen mit einem schwarzen Kaffee herunterschlucken, ist es vermutlich kein Trost, dass «die Szene nun einmal so ist».
O...
Ssssssss. Rtschschhhh. Leise, fast unhörbar hohe Töne sirren durch den Raum. Die Luft flirrt und vibriert. Irgendwo auf der dunklen Bühne, von der ein schwarzer Teppich wie ein schmales Band zur Rampe auf die Zuschauer zuläuft, bricht etwas auseinander, reißt etwas ab, dehnt sich etwas knarzend aus. Ritsch. Ein kleiner Kran dreht sich wie der Arm einer Krake durch...
Während sieben Seiten flieht Stefano vor dem «K», haiähnliches Monster und Schrecken aller Fischer. Auf der achten Seite erst, viele Jahrzehnte später und bereit, dem Tod in die Augen zu schauen, stellt Stefano fest, dass das Ungetüm bloß Gutes will: ihm eine Perle schenken. Sein ganzes Leben lang glaubte sich Stefano bedroht und verfolgt. Zu Unrecht. Diese Parabel...
