St. Gallen
Die Bühne des Theaters St. Gallen gleicht dem Schaufenster eines Blumenladens vor dem Valentinstag: Rund um den Bühnenrand reiht sich Herz an Herz. Oben in der Mitte hängt das größte – zerbrochen. Hier wird «Roméo et Juliette» gegeben, nicht mit der üblichen Ballettmusik, sondern zur Dramatischen Sinfonie von Hector Berlioz. Beate Vollack, die neue Tanzchefin in St. Gallen, hat für ihre Inszenierung der berühmtesten Liebestragödie der Welt ganz bewusst diese Musik aus der Romantik gewählt. Berlioz geht recht frei mit Shakespeares Vorlage um, so auch Vollack.
Die Katastrophe bleibt dieselbe, obwohl das Tragische hier noch verschärft wird. Roméo sieht Juliette aus ihrem todesähnlichen Schlaf erwachen, beide begegnen sich ein letztes Mal, bevor er stirbt.
Ein Paar sind sie, von Anfang an. Zusammengeführt von der Liebe höchstpersönlich, getrennt vom Tod, ebenfalls persönlich, und von selbigem auch wieder vereint. Die Figur der Liebe gibt die brasilianische Altistin Kismara Pessatti, den Tod der Tenor Derek Taylor. Während die Capulets und die Montagues vom Chor des Theaters St. Gallen gespielt werden, was Beate Vollack so raffiniert strukturiert, dass die Tänzer wie beiläufig dem ...
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Tanz März 2015
Rubrik: kalender und kritik, Seite 52
von Lilo Weber
Dansk Danseteater is the leading group in the small world of contemporary dance in Copenhagen, and director Tim Rushton has an extraordinary flair for letting his dancers grow steadily. Sometimes they grow into choreographers, as is the case in the latest production, set to the music of Carl Orff, the Carmina Burana. The subtitle whereof is ”Cantiones profanae...
Sie war «Die Scheinwerferin» (2011), sie sorgte für «Absolute Helligkeit» (2012). Sie hat einst mit Morgan Nardi die Tanzszene erobert. Heute tut sie das mit Thomas Lehmen. Wer ihre Performances erlebt, ahnt, dass die Tanzbühne selber träumen kann, dass auch das Theater ein Unbewusstes besitzt, dass die kahlen Orte, die sonst Tänzer mit Körpern und mit Sinn...
als Newcomer vorzustellen, wird zumindest den regelmäßigen Besucher beim Hamburg Ballett befremden. Denn irgendwie ist der Sunnyboy mit der frech blitzenden Zahnlücke doch immer schon da gewesen. Umso erstaunlicher allerdings, wie er nach wie vor mit jedem Auftritt das Publikum aufs Neue begeistert. Im Dezember 2013 beispielsweise, als es selbst seinem Chef John...
