Köln on tour
Am Anfang war kein Wort. Alles noch ungesagt. Ein Haufen zerknülltes Papier auf der Bühne; darüber hängt tief eine funzelige Brutlampe. Nichts rührt sich, Stühle knarzen, Zuschauer hüsteln. Draußen, um die Alte Feuerwache in Köln herum, tobt das Leben, Kinder rufen, Rockmusik wird auf- und zugedreht. Der Berg hier knistert kaum hörbar. Ein Papier ragt heraus, fällt; ein Arm streckt sich hervor, ein gekrümmter Körper wird sichtbar, schwarz wie Kohle. Wendet langsam, raschelt, schweigt, baut sich auf vier Beinen auf wie ein breiter Käfer.
Die Füße ziehen heran, bis die kahle Schädeldecke mit den angewinkelten Knien ein Dreieck aus Kugeln bildet. Klar, man hat’s geahnt, dass unter dem kohlschwarzen Papierhaufen der Tänzer steckt, Emanuele Soavi. Doch dieses erdenlangsame Gebären oder Schlüpfen des lebendigen Wesens aus dem Hügel von toter Materie ist eine spannende Geschichte. So alt sie auch sein mag.
Dass sie hier nicht allzu vorhersehbar verläuft, liegt an der strengen Choreografin Susanne Linke, die der Kölner Tanzkünstler für sein neues Solo engagiert hat. Was oder wer da geboren wird, bleibt erst einmal rätselhaft. Das Wesen in den schwarzen Klamotten mit dem ölschwarzen Gesicht ...
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Tanz März 2015
Rubrik: kalender und kritik, Seite 42
von Melanie Suchy
Allen voran ist es das «Romaeuropa Festival», das die italienischen Hauptstadtbürger seit nunmehr fast 30 Jahren über das internationale und nationale zeitgenössische Kunstschaffen auf dem Laufenden hält. So war das Festival auch das Sprungbrett für «Darling», die neue Produktion des aufsehenerregenden Autoren- und Regieduos ricci/forte. Stefano Ricci und Gianni...
was ist denn De Dutch Don’t Dance Division?
Mein Partner Thom Stuart und ich haben uns bei Introdans kennengelernt, waren zusammen als Tänzer bei Scapino, wollten aber immer selbst künstlerisch tätig sein, choreografieren, Projekte machen. Wir entschlossen uns 1991, eine eigene Gruppe zu gründen, sind aber erst seit 2001 als Kompanie und Stiftung anerkannt, um Geld...
Nanine Linning kennt keine Berührungsängste. Schon vor Jahren holte sie bei «Francis Bacon» ihre Zuschauer auf die Bühne, und auch beim «Requiem» in Osnabrück ließ sie es nicht bei bloßer Tuchfühlung bewenden. Noch nie hat sie allerdings ihr Publikum so zu Performern gemacht wie in «Hieronymus B.» In zwei Gruppen eingeteilt, führt ein Parcours die Besucher zunächst...
