Spuren der Freiheit

Zwanzig Jahre lang hat Rihoko Sato vor allem die Arbeiten von Saburo Teshigawara interpretiert. Jetzt beginnt sie ein zweites Leben: als Choreografin. Getroffen hat sie Thomas Hahn

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Schritt für Schritt zu sich selbst. Stufe für Stufe in Richtung Selbstständigkeit. Wissen, was man mitteilen will, und dafür die richtige – choreografische oder verbale – Sprache einsetzen. Der Weg zum Ziel kann lang sein. Besonders lang ist er für Rihoko Sato, die bis heute als die weibliche Sphäre an der Seite von Saburo Teshigawara wahrgenommen wird. Neuerdings will sie auch als Choreografin wahrgenommen werden – und hat dafür im vergangenen Jahr ein gutes Fundament gelegt.

Zunächst mit dem Solo «Izumi», dann mit der Gastchoreografie «Traces» im Auftrag des Aterballetto in Reggio Emilia. Es ist ihr erstes Ensemblestück überhaupt und Teil eines abendfüllenden Programms, zu dem auch «Secus» von Ex-Batsheva-Chef Ohad Naharin und «cloud|materia» von Philippe Kratz gehört. 

Rihoko Sato will sich also neu erfinden und den Schatten Teshigawaras abschütteln, obwohl sie weiterhin mit dem Meister in dessen Stücken auftritt. Wie stark hat sie sich seine Grammatik eingeprägt? Und wie streng sind deren Regeln? «Saburos Kunst beruht nicht auf einem Stil, sondern auf einer Methode», entgegnet sie, als wir uns anlässlich der Europapremiere von «Izumi» im japanischen Kulturinstitut von Paris ...

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Tanz Januar 2020
Rubrik: Menschen, Seite 31
von Thomas Hahn

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