Angeklagt: Wegen Solidarität
«Solidaritot | Solidarność» heißt das Stück des Polnischen Tanztheaters, beheimatet in Posen, 270 Kilometer von Berlin entfernt. Die dreizehnköpfige Truppe verarbeitet darin ihre sehr persönlichen Erfahrungen in einem katholischen Land, in dem Geistliche ihren Schützlingen gelegentlich zu nahe treten und Kneipen sich zu «gay-free zones» erklären.
«Polen ist ein geteiltes Land, Liberale hier, Konservative da», sagt Iwona Pasińska, die Leiterin des Polski Teatr Tańca.
Das lässt sich nun auch an dem ermessen, was die Choreografie der ehemaligen Kresnik-Tänzerin Yoshiko Waki und ihres Partners Rolf Baumgart ausgelöst hat. Eine mitarbeitende Person aus dem Haus hatte nach der Premiere das Stück «anti-polnisch» genannt: ein Straftatbestand, den die polnische Justiz nicht abweisen darf. «Es ist kein politisches Verfahren», betont Pasińska, die ihre Wut über den «Verrat in den eigenen Reihen» noch nicht verdaut hat. Die Kulturbehörde der Stadt stehe hinter ihr, versichert sie. In Warschau, wo die Premiere stattfand, sei die Solidarność als gewerkschaftliche Opposition und ehemals politische Macht nicht jedermanns Sache. Auch die beleidigte Kirche werde ein Wörtchen mitreden. Das Urteil ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Januar 2020
Rubrik: Side-Step, Seite 16
von Arnd Wesemann
Auditions
Ballett Mainfranken Theater Würzburg
Ballettdirektorin: Dominique Dumais
Solotänzer (w/m) für die Spielzeit 2020/21
Audition (nur auf Einladung): 3. Februar
Bewerbung an: ballettdirektion@mainfrankentheater.de
Fortbildungen
SNDO | Academy of Theatre and Dance, Amsterdam University of the Arts
Bachelor in Choreography
Auditions: 26–28 March 2020
www.sn...
Was gerade in Belgien passiert, hat sich schon lange angekündigt. Rechtspopulisten haben es überall und zu jeder Zeit verstanden, dass Einflussnahme auf die Kunstförderung ein wichtiges Instrument zur Verbreitung ihrer nationalistischen Ideologien ist. Nicht nur in Belgien: Die Niederlande, Polen, Ungarn haben es vorgemacht. Auch in Deutschland nimmt in einigen...
Unlängst erging an den Tanzkongress, dessen jüngste Ausgabe die US-amerikanische Choreografin Meg Stuart am Europäischen Zentrum der Künste Hellerau/Dresden künstlerisch verantwortete (tanz 6/19) ein offener Brief. Dieser enthält eine Kritik an der Veranstaltung aus Sicht der Community behinderter Tanzkünstlerinnen und Tanzkünstler sowie einen umfänglichen...
