spar(t)en
Dresden
Vielerorts ist – meist nur aus der Lokalzeitung – zu erfahren, dass angesichts der kommunalen Haushaltslage spätestens 2013/14 der Tanz als Sparte wieder mal infrage steht. Fangen wir in Dresden an. Man wirft William Forsythe vor, dass sich nur 3000 Zuschauer pro Jahr im Europäischen Zentrum der Künste Dresden die neueren Arbeiten des Meisters antun wollten. Dabei könne man doch in der Semperoper, nur wenige Kilometer vom Festspielhaus Hellerau entfernt, ältere und weltweit vertriebene Werke vom selben William Forsythe auch genießen.
In das Renommier-Theater gehen 3000 Leute an zwei Abenden rein, statt dafür eine ganze Spielzeit zu brauchen. Schon schnurrt der Taschenrechner. Tatsächlich, es ist billiger, möglichst viele Passagiere gleichzeitig zu befördern, als sie kleingrüppchenweise mit der Straßenbahn nach Hellerau rumpeln zu lassen. Schon seit Jahren schimpft in Dresden der SPD-Stadtrat Wilm Heinrich, dass die 3000 Forsythe-Zuschauer in Hellerau zulasten der Unterstützung der freien Szene ins falsche Theater gingen. Tatsächlich aber erhält die Stadt Dresden vom Land Sachsen zweckgebundene 1,5 Millionen Euro nur unter einer einzigen Auflage: sie direkt für die Forsythe ...
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Tanz November 2012
Rubrik: produktionen, Seite 6
von Arnd Wesemann
Sie sind zu acht, haben ihre Sneakers ausgezogen und betreten den Tanzteppich auf Zehenspitzen. Respekt nennt man das unter Urban Dancers, die den Altar des Bühnentanzes erobern. Ihr Schuhwerk tragen sie wie Hüte auf dem Kopf. Gott schütze ihre Kunst. Quer übers Gesicht ist fluoreszierende Kriegsbemalung aufgetragen. Auf gelben und orangefarbenen Socken schleichen...
Als sie am Ende ihrer Amtszeit als Leiterin des Folkwang Tanzstudios ihre Tänzer und sich selbst in die Freiheit lockte und nicht länger jeden Schritt einer Aufführung vorgab, war das mutig und konsequent und schwierig. Seit Henrietta Horn 2008 endgültig freischaffend wurde, hat sie Soli für sich selbst choreografiert, ein Tanztheaterstück für die (kürzlich...
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