krefeld: henrietta horn «rotlicht»
Als sie am Ende ihrer Amtszeit als Leiterin des Folkwang Tanzstudios ihre Tänzer und sich selbst in die Freiheit lockte und nicht länger jeden Schritt einer Aufführung vorgab, war das mutig und konsequent und schwierig. Seit Henrietta Horn 2008 endgültig freischaffend wurde, hat sie Soli für sich selbst choreografiert, ein Tanztheaterstück für die (kürzlich aufgelöste) Bremer Kompanie von Urs Dietrich erarbeitet, ihre spaßige «Artischocke im Silbersee» nach Skandinavien verpflanzt und viel mit dem Tänzernachwuchs gearbeitet. Nun hat sie «Rotlicht» angeschaltet.
In Herne, Flottmannhallen – nicht gerade ein Hotspot des Tanzes, aber Horns Arbeit ist man dort seit Langem treu verbunden. So etwas ist wichtig für Künstler, gerade für solche, die nicht zur aktuell gehypten Szene gehören.
Der signalfarbene Titel soll nicht nur auf schmuddelige Stadtviertel verweisen, auf käuflichen Sex und Frauen im Angebot. Obwohl: Hier produzieren sich zwei, und sie treten miteinander in Kontakt. Aber sehr keusch. Henrietta Horn komponiert mit der Musikerin Dorothee Hahne eine neunsätzige Suite aus Tanz und Musik. Am Anfang scharrt und kratzt Hahne, am Rand platziert, auf einem Alphorn herum, es knarzt ...
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Tanz November 2012
Rubrik: kalender und kritik, Seite 46
von Melanie Suchy
__impressum / imprint
tanz__Zeitschrift für Ballett, Tanz und
Performance
__Herausgeber / publisher
Friedrich Berlin Verlagsgesellschaft mbH
__Redaktion / editorial address
Arnd Wesemann (V.i.S.d.P.),
Mitarbeit: Sofie Goblirsch, Franziska Buhre,
Dorion Weickmann
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