SOS
In sich versunken, stehen die beiden einfach nur da. Xuan Shi ist der Erste, der seine Sinnesorgane stimuliert. Einen Finger um den anderen führt er bedeutungsvoll auf die Augen, so wie es anschließend Niannian Zhou mit den Ohren tut. Die Nase wird nicht ausgelassen. Ebenso wenig der Mund, der sich daraufhin stumm öffnet. Ein Akt der Bewusstmachung, mit «zärtlicher Langsamkeit» ausgeführt, wie die Tempobezeichnung im Untertitel zu «SOS» lautet.
1991 hat Gerhard Bohner das Duo für Dieter Baumann und Jutta Hell choreografiert, die seine letzte Arbeit jetzt im Rahmen eines TANZFONDS ERBE-Projekts an ihre Nachfolger weitergeben: nicht einfach nur als das Vermächtnis eines Grenzgängers und Einzeltänzers im bundesdeutschen Ballettgeschäft, sondern als ein beispielhaftes Lehrstück, zu dem Franz Mon im Nachhinein eine Vorlage liefert.
So wie der Autor in seinem Text aus dem Buch «herzzero» Menschen versachlicht und Beziehungen zerlegt, um dadurch existenzielle Banalitäten in einem überraschenden Licht aufleuchten zu lassen, schärft auch Bohner die Wahrnehmung, indem er die Szene so entschleunigt, als wollte er nicht ohne Ironie das «Rubato» im Titel der ausführenden Tanzkompanie auf ...
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Tanz Juni 2018
Rubrik: Traditionen, Seite 59
von Hartmut Regitz
Die Vergangenheit könnte die Zukunft, das Gestern auch das Morgen sein. Im Science-Fiction-Genre sind solche verwirrenden Gedankenspiele längst bewährter Hirn-Thrill, und dank des eigenwilligen Verständnisses eines TANZFONDS ERBE-Projektes stürzt nun auch die Bewegungssparte durch ein Wurmloch im Tanzall. In Bielefeld ließ man sich von der seit jeher...
2009 wurde in der Schweiz wahr, wofür Tänzerinnen und Tänzer mit ihren Berufsverbänden seit Jahrzehnten gekämpft hatten: Bühnentänzer/in wurde zum eidgenössisch anerkannten Beruf. Seither haben sich sechs Tanzausbildungsstätten für eine staatlich anerkannte Berufsausbildung akkreditieren können. Neu dabei ist seit Januar 2018 die Höhere Fachschule für...
tanz
Zeitschrift für Ballett, Tanz und Performance
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Der Theaterverlag – Friedrich Berlin
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