Sofia Nappi/Komoco «Pupo»

Köln

Tanz - Logo

Der Körper lügt nicht? Haha, der Tanz flunkert meist ganz schön. Die italienische Choreografin Sofia Nappi, die gerade in die Riege der international sehr Gefragten im zeitgenössischen Tanz aufsteigt, rüttelt mit «Pupo» an dem Thema. Es kullert und stiebt bei ihrer siebenköpfigen Kompanie Komoco, dass es nicht leicht zu fassen ist während der Uraufführung in Köln. «Pupo» bezieht sich auch auf Pinocchio, den der Journalist Carlo Collodi 1881 in Nappis Heimatstadt Florenz erfand.

Dies zu wissen, hilft, in dem Schlenker-, Ruckel- und Schlenztanz Vierbeiner, Schlangen und viel Puppenhaftes zu erkennen: das gegenseitige Manipulieren, Tragen, Schieben mit Händen oder mittels unsichtbarer Fäden auf Distanz. Auch sich selbst formen Einzelne, aus Lust am Gestalten oder aus Unsicherheit über ihre wahre Gestalt. Die Hofesh-Shechterartigen Unisonos pustet, imaginiert, die Choreografin an, Verbeugungen, Fingerzeichen, Grinsen, Heulen, Zungerausstrecken sind geborgte Figuren der Commedia dell’Arte. Wenn alle scheinbar schweben, wirken sie wie untergegangen oder wie Himmelsgetümmel alter Kirchenfresken. Das Stück macht auf faszinierende Weise hungrig: nach Durchdringen, nach einem Kern. Wie der ...

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Tanz Februar 2024
Rubrik: Backlights, Seite 48
von Melanie Suchy

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