Sofia Nappi/Komoco «Pupo»
Der Körper lügt nicht? Haha, der Tanz flunkert meist ganz schön. Die italienische Choreografin Sofia Nappi, die gerade in die Riege der international sehr Gefragten im zeitgenössischen Tanz aufsteigt, rüttelt mit «Pupo» an dem Thema. Es kullert und stiebt bei ihrer siebenköpfigen Kompanie Komoco, dass es nicht leicht zu fassen ist während der Uraufführung in Köln. «Pupo» bezieht sich auch auf Pinocchio, den der Journalist Carlo Collodi 1881 in Nappis Heimatstadt Florenz erfand.
Dies zu wissen, hilft, in dem Schlenker-, Ruckel- und Schlenztanz Vierbeiner, Schlangen und viel Puppenhaftes zu erkennen: das gegenseitige Manipulieren, Tragen, Schieben mit Händen oder mittels unsichtbarer Fäden auf Distanz. Auch sich selbst formen Einzelne, aus Lust am Gestalten oder aus Unsicherheit über ihre wahre Gestalt. Die Hofesh-Shechterartigen Unisonos pustet, imaginiert, die Choreografin an, Verbeugungen, Fingerzeichen, Grinsen, Heulen, Zungerausstrecken sind geborgte Figuren der Commedia dell’Arte. Wenn alle scheinbar schweben, wirken sie wie untergegangen oder wie Himmelsgetümmel alter Kirchenfresken. Das Stück macht auf faszinierende Weise hungrig: nach Durchdringen, nach einem Kern. Wie der ...
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Tanz Februar 2024
Rubrik: Backlights, Seite 48
von Melanie Suchy
tanz. Zeitschrift für Ballett, Tanz und Performance
Herausgeber Der Theaterverlag – Friedrich Berlin GmbH
Redaktion Sofie Goblirsch, Falk Schreiber, Marc Staudacher, Dorion Weickmann (Leitung) Tel. +49-30-254495-20, Fax -12 redaktion@tanz-zeitschrift.de www.tanz-zeitschrift.de
Bildredaktion Marina Dafova, Sofie Goblirsch
Art direction Marina Dafova
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Oslo an einem grauen Nachmittag im vergangenen Oktober. Ich mache gerade eine Stadtrundfahrt, als mich im Bus eine überraschende Nachricht auf meinem Handy erreicht: Ingrid Lorentzen, die Künstlerische Leiterin des Norwegischen Nationalballetts, lädt mich zur Eröffnung der restaurierten Reithalle ein, die sich unmittelbar neben dem Queen Sonja Art Stable befindet –...
Nebel, alter Abstraktionsmeister: Ausstatter Patrick Kinmonth hat auf den Gazevorhang einen Hügel gemalt, typisch fürs nordenglische Moor durchzogen von kleinen Steinmauern, um die Schafweiden abzugrenzen. Die Mauern verschwimmen im Nebel und erinnern so an Schnüre, an denen die handelnden Figuren hängen wie Marionetten. Charlotte Brontës «Jane Eyre»: ein...
