Simone Sandroni: Im Wartestand

Unsere Uraufführung «Puls», ursprünglich terminiert für Anfang April, ist in vielerlei Hinsicht etwas Besonderes – dank einer kraftvollen Neukomposition, der Zusammenarbeit mit dem Opernchor und einer Gruppe E-Gitarristen, einer ästhetisch raffinierten Ausstattung und natürlich dem kreativen Beitrag unserer Tänzer*innen. All das hat mich wie das gesamte künstlerische Team beflügelt.

 

Das erste Zusammenkommen im Tanzstudio ist der Moment, in dem sich kreative Energien bündeln und aus einer Gruppe Künstler*innen ein «tribe» wird, eine Gruppe von Entdeckern, die zusammen zu einem Abenteuer aufbrechen. Es ist magisch, ja fast religiös. Es fühlt sich an, als träume man vom Fliegen. Kurzer Zweifel, dann ein intensives ­Gefühl: Du schwebst nicht nur, sondern beginnst, die Richtung zu bestimmen – hoch, runter, nach links, nach rechts. Genau in diesem Augenblick sind wir aufgewacht. Es war frustrierend. 

Wir versuchen inzwischen, die Zeit bis zur verschobenen Premiere produktiv zu nutzen, noch umfassender nach Bildern, Texten Ausschau zu halten. Aber Tanz ist keine theoretische Kunstform: Die körperliche Präsenz und Teilnahme der Tänzer*innen am künstlerischen Prozess ist unverzichtbar. ...

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Tanz Mai 2020
Rubrik: Praxis, Seite 54
von Simone Sandroni