Ideenmosaik

Bridget Breiner, Ballettdirektorin in Karlsruhe, über kreative Hausaufgaben als Kriseninstrument Und: Premieren adieu? Drei Statements

Was es tatsächlich bedeuten würde, urplötzlich die Probenarbeit abzubrechen, das hat niemand von uns geahnt. Zuerst trat ein Moment der Stille ein, fast ein Gefühl der Erleichterung, so als hätte man früher Schulschluss. Immerhin lag eine harte Spielzeit hinter uns, erst seit Anfang der Saison leite ich das Badische Staatsballett – und damit ein neu zusammengesetztes Ensemble. Es dauerte nur zwei Tage, bis uns die Realität eingeholt hatte: Zwangspause. Aber ich bin für die Karrieren von 30 Tänzerinnen und Tänzern verantwortlich.

Sie müssen körperlich fit bleiben, geistig beweglich und künstlerisch hellwach.

Anfangs war es nicht das Training, das mir Sorgen bereitete. Vielmehr sorgte ich mich um die Tänzer, die als Künstler plötzlich kein Ventil mehr hatten. Ich befürchtete, dass uns als Kompanie der kreative Schwung verloren gehen könnte, den wir uns während unserer ersten gemeinsamen Spielzeit erarbeitet hatten. 

Also habe ich Hausaufgaben eingeführt. Unsere Tänzerinnen und Tänzer arbeiten jetzt daheim an kreativen Aufgabenstellungen, die in mein nächstes neues Ballett für die Kompanie einfließen werden. Ich schicke ihnen per E-Mail eine Idee sowie ein paar Optionen, in welche ...

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Tanz Mai 2020
Rubrik: Praxis, Seite 52
von Bridget Breiner