Simone Aughterlony
Simone Aughterlony beim ersten Mal. Sie sitzt da, mit reglosen Riesenaugen, die ans Tierheim erinnern. An Vegetarierkampagnen – nichts essen, was Augen hat. Eine Tänzerin auf offener Bühne ist «Public Property», öffentliches Eigentum. Also «No littering!», nicht verschmutzen, nicht drauftreten, keinen Müll abladen, sagt sie. 2004 lesen wir das als Anweisung für einen pfleglichen Umgang mit zarten Kunstpflänzchen.
Eben noch floh sie hysterisch vor einer gigantischen fliegenden Untertasse, die ihre damalige Chefin Meg Stuart ihr per Video hinterhergeschmissen hatte, mit der Begründung «Visitors Only». Sechs eigene Abendfüller später ist sicher: Aughterlony bleibt auf der Bühne.
Aus der Interpretin von Stuarts «Disfigure Study» ist die Choreografin vom Salzburger «Freischütz» geworden, das nebenbei. Ansonsten sucht sie immer noch das Gespräch. Nicht den anonymen Applaus, mit dem sie die rasant wachsende Fangemeinde überschüttet. Nicht das stumme Entzü-cken, mit dem ein theoriesattes Kunstpublikum ihr zu Füßen liegt, um ihrer feinen urenglischen Eigenart zu huldigen, dem «wit». Witz und Geist in einem, so was gibt’s hier selten. Auf deutschen Bühnen, im Tanz. Aughterlony, die ...
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