Side-Step 12/22

Tanz - Logo

Newcomer
HOUSTON THOMAS
Ein Nachname wie ein Vorname, und ein Vorname wie eine Stadt: Houston Thomas (27) aus Chicago, Halbsolist am Semperoper Ballett, zelebriert einen urbanen Tanz, der nicht von der Straße, sondern aus dem Ballett kommt. «Follow the White Rabbit» ist sein erstes Werk, das vor mehr als fünfzig Leuten aufgeführt wurde, sagt er. Und damit gewann er im vergangenen Sommer gleich einen durchaus nicht unbedeutenden Wettbewerb.

Der «Concours de jeunes chorégraphes de ballet», ausgerichtet vom Malandain Ballet in Biarritz und dem Ballet de l’Opéra de Bordeaux, erhielt 66 Bewerbungen ambitionierter Nachwuchstalente, von denen sechs das Finale bestritten. Das breite Interesse in ganz Europa zeigt, wie sehr in der klassischen Technik Potenzial für die Zukunft steckt. Und genau die ist das Thema in Houston Thomas‘ Stück für fünf Tänzer*innen des Semperoper Balletts, das den Menschen als hybrides Wesen zeigt, der mit Technologie verschmilzt und so seine Leistungsfähigkeit erhöht. 

Selbst ein temperamentvoller Tänzer, als der er sich soeben als Buddy des Titelhelden in David Dawsons «Romeo und Julia«-Inszenierung an der Semperoper erneut bewiesen hat, braucht Thomas als ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz 12 2022
Rubrik: Side-Step, Seite 16
von

Weitere Beiträge
Ausstellungen 12/22

SOUN-GUI KIM
Weibliche Blickwinkel: Das Karlsruher ZKM hat die Reihe «Female Perspectives» gestartet, mit Ausstellungen von Marijke van Warmerdam, Analívia Cordeiro und Ulrike Rosenbach. Den Auftakt macht «Lazy Clouds», die erste europäische Retrospektive der koreanisch-französischen Künstlerin Soun-Gui Kim. Die heute 76-Jährige entstammt einer multimedial...

Highlights 12/22

Nürnberg
GOLDBERG
Fünfzehn Jahre ist Nürnbergs Ballettdirektor Goyo Montero im Amt, und er wird die 20 auf jeden Fall vollmachen: Bis 2028 hat er unterschrieben, weil ihn das künftige Interimsquartier auf dem Reichsparteitagsgelände herausfordert (tanz 2/22) – und seine Tänzer*innen natürlich auch. Noch auf der Bühne des Opernhauses bringt er nun «Goldberg» heraus,...

T. Weinberger, M. Zurbach «Dancing Voices»

Es ist eines der Paradoxa unserer Zeit: Wir wären gerne einzigartig und bemühen uns doch, daherzukommen, wie alle anderen. Zu sehen ist das auf Instagram wie in Klassenzimmern. Kein Wunder, dass sich Kunstschaffende immer wieder dem Thema Identität stellen – selbst wenn so viel Ich-Suche in Zeiten von Krieg und Weltverbrennung als seltsamer Luxus erscheint.

In...