Highlights 12/22
Nürnberg
GOLDBERG
Fünfzehn Jahre ist Nürnbergs Ballettdirektor Goyo Montero im Amt, und er wird die 20 auf jeden Fall vollmachen: Bis 2028 hat er unterschrieben, weil ihn das künftige Interimsquartier auf dem Reichsparteitagsgelände herausfordert (tanz 2/22) – und seine Tänzer*innen natürlich auch. Noch auf der Bühne des Opernhauses bringt er nun «Goldberg» heraus, inspiriert von Bach, orchestriert von Owen Belton.
Was bedeutet: Statt barocker Nostalgie spiegelt Montero die Getriebenheit der Gegenwart – und wer Genaueres wissen will, schaut vorab in den digitalen Fundus des Staatstheaters. Uraufführung am 17. Dezember, weitere Aufführungen am 21., 23., 25. Dezember; www.staatstheater-nuernberg.de
Hamburg
DONA NOBIS PACEM
«Gib uns Frieden» – eigentlich ein schöner Satz zum Abschied. Man spürt: In seiner 50. Saison beim Hamburg Ballett möchte John Neumeier noch einmal einen Punkt setzen, kurz vor dem Ende seiner Amtszeit. Und zwar, indem er sich mit Johann Sebastian Bach auseinandersetzt, einem Komponisten, zu dem der Choreograf immer wieder zurückkehrte, mit der «Matthäus-Passion», mit den «Bach-Suiten», mit dem «Weihnachtsoratorium». Jetzt also: eine Passage aus dem «Agnus ...
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Tanz 12 2022
Rubrik: Kalender, Seite 30
von
SOUN-GUI KIM
Weibliche Blickwinkel: Das Karlsruher ZKM hat die Reihe «Female Perspectives» gestartet, mit Ausstellungen von Marijke van Warmerdam, Analívia Cordeiro und Ulrike Rosenbach. Den Auftakt macht «Lazy Clouds», die erste europäische Retrospektive der koreanisch-französischen Künstlerin Soun-Gui Kim. Die heute 76-Jährige entstammt einer multimedial...
Die Zeiten werden kälter. Die Energiepreise sind auf einem Allzeithoch, niemand weiß angesichts des sich hinziehenden Kriegs in der Ukraine, wie lange die Versorgung mit Gas in der Bundesrepublik sicher bleibt, und die Theater kämpfen immer noch mit den Auswirkungen der Corona-Krise. Zudem ist spätestens 2022 überall angekommen, dass die Klimakatastrophe real ist,...
Marvin Ott hat ein großformatiges Renaissance-Tor als Bühnenhintergrund für Marco Goeckes «A Wilde Story» ins Hannoversche Opernhaus gestellt, drei tunnelartige Gänge, die in Dunst und Halbdunkel verschwimmen, halb Bedrohung, halb Versprechen auf einen Ausweg. Ein Versprechen, das immer wieder enttäuscht wird: Mehrfach werfen sich Tänzer*innen gegen die Torbögen...
