Sicherer Schutz

Nürnberg sorgt sich um die Partnerstadt Charkiw.

Städtepartnerschaften gibt es in der Bundesrepublik seit 1947, sie sollen der «kommunalen Außenpolitik» der Gemeinden dienen. Gerade in Kriegs- und Krisenzeiten sind sie wichtig. Wenn die zweitgrößte Stadt der Ukraine, Charkiw an der Grenze zu Russland, bombardiert wird – Anfang März geschah dies ununterbrochen –, dann ist auch das dortige Staatliche Akademische Opern- und Balletttheater betroffen.

Die Leiterinnen des Balletts, Svitlana Kolyvanova-Popesky und Antonina Radievska, waren zunächst ebenso unauffindbar wie das 29-köpfige Tanzensemble und die fünf Ballettmeister*innen.

Am 4. März setzte Nürnberg als Partnerstadt von Charkiw das «Narrenschiff» von Goyo Montero auf den Spielplan des Opernhauses (tanz 2/22), man ließ das Gebäude von außen blau-gelb anstrahlen und rief zu Spenden auf. Gefragt, was der in Corona-Isolation verharrende Goyo Montero über das erschreckend aktuell von Flucht und Vertreibung handelnde «Narrenschiff» hinaus zu unternehmen versucht, kommt seine Antwort mehr als spontan: «Den geflüchteten Tänzer*innen Schutz bieten.» Vorbild ist die von István Simon gegründete und vom Dortmunder Ballettdirektor Tobias Ehinger unterstützte Initiative «Tanz + Gelb + ...

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Tanz April 2022
Rubrik: Ukraine-Krieg, Seite 17
von Arnd Wesemann

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