Shen Wei
Drei Chinesen sind es augenblicklich, die den Welttanzmarkt erobern. Von Taiwan aus hat Lin Hwai-min mit dem Cloud Gate Dance Theatre eine Marke geschaffen, die schnell auf den großen Festivals präsent war. Mit eigener Kompanie, der einzig freien zeitgenössischen, sitzt in Shanghai die 1969 geborene Jin Xing, die vor ihrer vielfach beschriebenen Geschlechtsumwandlung ein Elitesoldat war. Wobei ihre Kunst nie von ihrer Persönlichkeit zu trennen ist.
Und da ist Shen Wei, ein Mitschüler von Jin Xing an der Tanzkompanie in Guangdong.
Ungefähr gleichalt (er verschleiert sein Geburtsjahr geschickt), blickt auch der in Hunan groß Gewordene schon auf eine bewegte Künstlervergangenheit zurück. Seine Eltern arbeiteten bei der chinesischen Oper, er ging seit er neun Jahre alt war in diese Schule. Nebenher hat er sich für Malerei interessiert. Er konnte sich gut bewegen, wollte lieber tanzen. Kam in Guangdong in eine akademische Tanzakademie. Hatte keine Lust mehr. Malte, verschlang westliche Kunstbücher. Und fand zum modernen Tanz, als die staatlich verordneten Lockerungen Anfang der neunziger Jahre eine an westlichen Vorbildern orientierte Kompanie möglich machten. Er choreografierte auch ...
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