selten deutsch

Nicht nur der Tanzstar – Friedemann Vogel ausgenommen – auch der Tänzer-Nachwuchs made in Germany ist international ziemlich auf dem Rückzug. Warum ist das so? Und – stimmt das überhaupt? Eine Recherche

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An der Mailänder Scala schätzt man ihn als Jean de Brienne («Raymonda»). Das Royal Swedish Ballet  lernt ihn als Dornröschens Prinz Desiré kennen. Helsinki heißt ihn noch diesen Monat gleich zweimal als Des Grieux («Manon») willkommen. Und niemand mag zu Hause in Stuttgart am 17. und 18. November auf seinen Lenski im «Onegin» verzichten. Und schon gar nicht auf seinen Romeo, den er beisteuern wird, wenn sich das Stuttgarter Ballett am 2.

Dezember mit Crankos Choreografie einschreibt ins Guinness-Buch der Ballettgeschichte – fünfzig Jahre nach der Uraufführung von «Romeo und Julia».

Es gibt ihn also tatsächlich: den deutschen Tänzer, der im eigenen Land etwas gilt und dennoch international keine Konkurrenz zu fürchten braucht. Friedemann Vogel kann man nicht übersehen, schon seiner Größe wegen. Er ist noch immer beneidenswert jung, schön anzuschauen und ausdrucksstark, ein sensibler Partner und zugleich ein Tänzer, der alles Technische zum Verschwinden bringt. Dabei keineswegs bloß ein Danseur noble, einsetzbar nur in Klassikerproduktionen, sondern allem Neuen aufgeschlossen. Unvergessen als Orlando im gleichnamigen Abendfüller von Marco Goecke, und unverzichtbar in Béjarts ...

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Tanz November 2012
Rubrik: ideen, Seite 64
von Hartmut Regitz

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