bielefeld: Taoufiq Izzediou: «Aléef»

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Der dämmrige Raum atmet, hat Tiefe. Aber die Lichtchoreografie bettet ihn in eine zweidimensionale Ebene ein. Die dreireihig an einem Pendel im hinteren Bühnenteil angebrachten Scheinwerfer sind nicht auf den Bühnenraum gerichtet, sondern auf dessen Rückwand. Es entsteht ein schwingender, milchiger, ovaler Raum im Raum. Ein Sog geht davon aus. Es ist, als würde man durch ein Objektiv schauen und warten, dass etwas in den Brennpunkt gerät. Das Geschehen spielt davor, dicht vor der Linse, in dünnem Gegenlicht. Ein Schattenspiel entsteht, seltsam unwirklich, fast wie beim Comicstrip.

Die gedrungene Boxergestalt, der wuschelige Schopf, die zwitschernden Gurgellaute und die wilden Moon-Walk-Einlagen des Marokkaners Taoufiq Izeddiou verleihen ihm etwas Trollhaftes.

Gut zwei Drittel der Performance «Aaléef» spielen in dieser platonischen Höhle, in der Schatten und Körper ineinander verwachsen sind und wie ein knetbares schwarzes Loch wirken. Das Schattenspiel zeigt den Tänzer, wie er sich aus einem Noise-Strudel von Gebet, rufenden Massen, Schüssen, Gesang herauspellt, während die Bewegung durch unsichtbare Gegenkräfte gekontert wird.

Entspannung bringt der Auftritt des Gnawa-Musikers ...

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Tanz November 2012
Rubrik: kalender und kritik, Seite 38
von Astrid Kaminski

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