Selbstbestimmt
Monika Gintersdorfer, Sie arbeiten mit zwei freien Gruppen: mit La Fleur und, seit fünfzehn Jahren, mit Gintersdorfer/Klaßen. Voraussetzung Ihrer Arbeit ist das Beantragen von Fördergeldern und die Zusammenarbeit mit Koproduzenten. An welche Grenzen stößt dieses Modell? Die Logik von Förderungen ist ihre zeitliche Gebundenheit: Man kann aus Förderungen keine Rücklagen bilden, weil jeder Cent innerhalb der Förderperiode ausgegeben werden muss.
Was tun? Die Stücke etwas teurer verkaufen, um Einnahmen zu generieren? Da ist ein Deckel drauf – die ausgehandelten Preise erhöhen sich nicht, nur weil es uns schon lange gibt. Wir brauchen also Fördergelder und verlässliche Koproduktionspartner bei den freien Produktionsorten. Kampnagel, FFT in Düsseldorf, HAU Hebbel am Ufer und das Pumpenhaus Münster sind häufig dabei, bei La Fleur seit vier Jahren auch MC93 in Bobigny und das Théâtre La Commune in Aubervilliers. Es geht um Vertrauen: Wenn wir denken, dass ein Projekt gut ist, versuchen die Partner es mit uns umzusetzen.
Sie arbeiten seit einiger Zeit auch mit dem Theater Bremen zusammen. Stadttheater können, anders als die freien Spielstätten, Produktionen komplett finanzieren, oft noch ...
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Tanz November 2020
Rubrik: Kooperationen, Seite 42
von Elena Philipp
Er war lange Jahre Tänzer, zuletzt in Nordhausen bei Jutta Ebnother. András Dobi hat die Bühne längst verlassen und ist nun in den Schnürboden umgezogen. Dort oben, neben den Lampen und Kulissen, diesmal im Theater von Schwerin, hat der Absolvent der Ungarischen Tanzakademie seine Kamera installiert und seinen noch aktiven Kollegen zugeschaut, getrieben von einer...
Sicherlich ist es noch zu früh, um die Spätfolgen abzusehen. Die Spätfolgen der Corona-Krise für die Kunst- und Kulturschaffenden dieses Landes. Es ist noch zu früh, um den finanziellen Abgrund zu sehen, der sich vielleicht auftun wird. Der Abgrund, in den dann – vielleicht nächstes, vielleicht übernächstes Jahr – viele Tanz- und Theaterschaffende fallen könnten....
Sebastian Weber, es gibt nicht so viele überregional tanzende Kompanien aus Sachsen, erst recht nicht mit eigenem Ensemble. Was ist wichtig daran? Am Anfang gab’s nicht so sehr die Idee, ein neues Ensemble aufzubauen. Ich wollte meine choreografischen Methoden – eigentlich den Stepptanz – neu erfinden. Aber der gemeinsame Prozess beflügelt. Wir haben alles...
