Selbstbestimmt

Die Regisseurin Monika Gintersdorfer arbeitet mit zwei transnationalen Performancekollektiven und kennt die Vor- und Nachteile des Koproduktionssystems. Warum das Geld direkt an die Gruppen gehen soll.

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Monika Gintersdorfer, Sie arbeiten mit zwei freien Gruppen: mit La Fleur und, seit fünfzehn Jahren, mit Gintersdorfer/Klaßen. Voraussetzung Ihrer Arbeit ist das Beantragen von Fördergeldern und die Zusammenarbeit mit Koproduzenten. An welche Grenzen stößt dieses Modell? Die Logik von Förderungen ist ihre zeitliche Gebundenheit: Man kann aus Förderungen keine Rücklagen bilden, weil jeder Cent innerhalb der Förderperiode ausgegeben werden muss.

Was tun? Die Stücke etwas teurer verkaufen, um Einnahmen zu generieren? Da ist ein Deckel drauf – die ausgehandelten Preise erhöhen sich nicht, nur weil es uns schon lange gibt. Wir brauchen also Fördergelder und verlässliche Koproduktionspartner bei den freien Produktionsorten. Kampnagel, FFT in Düsseldorf, HAU Hebbel am Ufer und das Pumpenhaus Münster sind häufig dabei, bei La Fleur seit vier Jahren auch MC93 in Bobigny und das Théâtre La Commune in ­Aubervilliers. Es geht um Vertrauen: Wenn wir denken, dass ein Projekt gut ist, versuchen die Partner es mit uns umzusetzen.

Sie arbeiten seit einiger Zeit auch mit dem Theater Bremen zusammen. Stadttheater können, anders als die freien Spielstätten, Produktionen komplett finanzieren, oft noch ...

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Tanz November 2020
Rubrik: Kooperationen, Seite 42
von Elena Philipp

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