Selbstbestimmt
Monika Gintersdorfer, Sie arbeiten mit zwei freien Gruppen: mit La Fleur und, seit fünfzehn Jahren, mit Gintersdorfer/Klaßen. Voraussetzung Ihrer Arbeit ist das Beantragen von Fördergeldern und die Zusammenarbeit mit Koproduzenten. An welche Grenzen stößt dieses Modell? Die Logik von Förderungen ist ihre zeitliche Gebundenheit: Man kann aus Förderungen keine Rücklagen bilden, weil jeder Cent innerhalb der Förderperiode ausgegeben werden muss.
Was tun? Die Stücke etwas teurer verkaufen, um Einnahmen zu generieren? Da ist ein Deckel drauf – die ausgehandelten Preise erhöhen sich nicht, nur weil es uns schon lange gibt. Wir brauchen also Fördergelder und verlässliche Koproduktionspartner bei den freien Produktionsorten. Kampnagel, FFT in Düsseldorf, HAU Hebbel am Ufer und das Pumpenhaus Münster sind häufig dabei, bei La Fleur seit vier Jahren auch MC93 in Bobigny und das Théâtre La Commune in Aubervilliers. Es geht um Vertrauen: Wenn wir denken, dass ein Projekt gut ist, versuchen die Partner es mit uns umzusetzen.
Sie arbeiten seit einiger Zeit auch mit dem Theater Bremen zusammen. Stadttheater können, anders als die freien Spielstätten, Produktionen komplett finanzieren, oft noch ...
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Tanz November 2020
Rubrik: Kooperationen, Seite 42
von Elena Philipp
Ann-Elisabeth Wolff, vor 30 Jahren, kaum war die Mauer gefallen, wird ein Festival für europäisches Theater gegründet. Was war passiert? Von Leipzig ging die Revolution aus. Von einer weltoffenen Stadt, anders als das in sich selbst ruhende Dresden, das kein Geld für ausländische Künstler ausgeben wollte. Ich war Musikwissenschaftlerin, hatte 14 Jahre als Lektorin...
Die erste Welle ist an Land geprallt, die zweite folgt sogleich. Wenn die erste Welle zurück ins Meer spült, bäumt sich die zweite über der ersten auf und bricht. An der Küste nennt man solche Wellen Brandung. Der physikalische Ablauf hat damit zu tun, dass die Länge der Welle deutlich größer ist als die Wassertiefe. Wer dabei ans aktuelle Infektionsgeschehen...
Schön fängt es an: Der Vorhang im Dortmunder Opernhaus geht auf, die Bühne steht leer. Dann öffnet sich weit hinten die Tür nach außen, und man sieht: Watt. Im Video. Dazu ein Chopin-Walzer. In der Meereszone zwischen Strand und Wellen sitzt nun ein Mann auf einem Stuhl. Er schließt die Augen. Es öffnet sich ein Vorhang, im Film, vielleicht vor seinem inneren Auge;...
