Arbeitskapital Körper
Seit Jahren ist eine Zunahme der physischen und psychischen Belastungen im professionellen Bühnentanz zu beobachten. Die Gründe dafür sind vielfältig. Beispielhaft zu nennen sind eine Verdichtung des Arbeitspensums durch den Abbau von Stellen und das Damoklesschwert der auf ein Jahr befristeten, also immer wieder verlängerungsbedürftigen Arbeitsverträge. Stadt- und Staatstheater stehen unter hohem wirtschaftlichen Druck und müssen ihr Publikum mit einem stilistisch vielfältigen Repertoire überzeugen und binden.
Das verlangt von den künstlerisch Beschäftigten viel Flexibilität, eine hohe Belastbarkeit und ein breites Spektrum an tänzerischen Fertigkeiten. Doch welche Kompetenzen bringen junge, professionelle Tänzerinnen und Tänzer mit, wenn sie ihre beruflichen Karrierewege beginnen? Sind ihnen in der Ausbildung und am Start Maßnahmen zur Selbstfürsorge für eine lange und gesunde Karriere vermittelt worden?
Kein Bewusstsein für ein Belastungsprofil?
Die Berufsgruppe der Bühnentänzerinnen und -tänzer verdient eine besondere Zuwendung und Förderung. Ihre Karrieren sind kurz, ihre Körper das einzige Arbeitsmittel und somit ihr ganzes Kapital. Ihre Gesundheit sollte also besonders im ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Juni 2018
Rubrik: Praxis, Seite 68
von Anja Hauschild
Deutschland
Alfter
Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft
Tanz/Eurythmie auf der Bühne, in Pädagogik, Therapie sowie im öffentlichen Raum. Weltweit große Nachfrage in allen Berufsfeldern. 4-jähriges Bachelorstudium und Aufbaustudiengänge mit Abschluss Master of Arts, Fachgebiet Eurythmie Leitung: Prof. Alexander Seeger. Villestr.3, D-53347 Alfter Tel....
Nur zehn Minuten dauert William Forsythes Kreation für das English National Ballet. Die aber haben es in sich. Forsythes Einfluss auf Choreografen, die sich an seiner Ästhetik orientiert haben oder es gegenwärtig tun, ist bedeutend, keine Frage. Im Wesentlichen, könnte man sagen, hat Forsythe aber nie etwas sonderlich anderes gemacht als George Balanchine: Er hat...
Ballett: Influencer
Man könnte dieses Buch abtun als weiteres Exemplar der Gattung «Ballett, leicht gemacht». Zumal es ein paar massive Fehler enthält, etwa den Geburtsort des US-Choreografen William Forsythe kurzerhand nach Großbritannien verlegt. Nicht gerade originell ist auch die Idee, den Theorieteppich in bewährter Manier von Deleuze und Foucault liefern zu...
