Meister der Abstraktion
Das Werk des Tänzers und Choreografen Gerhard Bohner wird derzeit – zumindest in Teilen – wiederbelebt. In diesem Jahr wurden mit Unterstützung des TANZFONDS ERBE seine beiden letzten Stücke rekonstruiert. Das eindringliche «Angst und Geometrie», uraufgeführt 1990 im Berliner Hebbel-Theater, ist am Theater Bielefeld wieder zu sehen. Der Titel charakterisiert im Grunde Bohners Gesamtwerk.
Er hat ihn in Anlehnung an Heiner Müller gewählt, der die Formel «Angst und Geometrie» kurz davor beim Festival «Montpellier Danse» gebraucht hatte, in einer Rede über das, was Tanz motiviert. Nach «Angst und Geometrie» kam nur noch «SOS», 1991 ebenfalls im Hebbel-Theater uraufgeführt von Jutta Hell und Dieter Baumann (Tanzcompagnie Rubato). Das Tandem hat die Choreografie kürzlich in der Berliner Akademie der Künste an zwei jüngere Tänzer weitergegeben. Bereits im vergangenen Jahr gingen «Die Folterungen der Beatrice Cenci», ein hochexpressives Renaissance-Inzestdrama, das Gerhard Bohners internationalen Durchbruch als Choreograf begründete, beim Ballett des Saarländischen Staatstheaters über die Bühne. Der ehemalige Tänzer Frank Frey tanzte 1971 den Vater des vielfach missbrauchten Mädchens ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Juni 2018
Rubrik: Traditionen, Seite 54
von Eva-Elisabeth Fischer
Salzburg: Sommerszene
Fremdling, kommst du nach Salzburg, lass dich führen von Julius Deutschbauer, einem professionellen Fallensteller, und verführen vom Performancekollektiv gold extra, das dich in einem Bus ohne Aussicht durch die auf Salz und Gold gebaute Stadt fahren wird. Abends begeht das hiesig ansässige SEAD mit «100 invasions … bodies matter» und 100...
Shahar Binyamini, Sie haben gerade im Rahmen eines Doppelabends ein Stück für das Ballett des Staatstheaters Saarbrücken choreografiert.
Ja, und zwar in Anlehnung an die Gaga-Methode von Ohard Naharin, die mich sehr geprägt hat.
Jenseits des Theaters tanzen Sie sogar mit Zellforschern, am Weizman Institute in Israel. Das Projekt ist so ungewöhnlich wie der...
Ava Gardner, die Flamenco-Diva Hollywoods
«Sie kann nicht spielen. Sie kann nicht sprechen. Sie ist umwerfend. Nehmt sie unter Vertrag!» So soll sich MGM-Chef Louis B. Mayer nach der Sichtung von Probeaufnahmen begeistert haben. Ava Gardner war damals gerade mal 19, atemberaubend schön, dabei bodenständig und zugleich von einer Animalität, die immer wieder als...
