Screening 5/19
Carmen-Suite/Petruschka
Über sechzig Jahre ist die «Carmen-Suite» alt, ein Ballett, in dem Maja Plisets-kaya seinerzeit wahre Triumphe feierte. Kein Wunder, hat doch Rodion Schtschedrin die Opernmusik von Georges Bizet ganz dem Tanz-Temperament seiner Gattin angepasst: perkussiv, pointiert und dazu noch so provokativ, dass die sowjetische Kulturministerin das Werk am liebsten gleich verboten hätte. Doch dafür war die Primaballerina assoluta zu prominent, und deshalb konnte sich die Choreografie Alberto Alonsos zu einem Dauererfolg des Bolschoi entwickeln – am 19.
Mai nun auch als Live-Übertragung zu sehen, kombiniert mit einer Neuinterpretation des «Petruschka» von Edward Clug, die erst im November letzten Jahres Premiere hatte: Eine brisante Mischung nicht allein des-wegen, weil das Strawinsky-Ballett musikalisch nicht weniger Konfliktstoff besitzt. Auch Clug ist immer wieder für eine Überraschung gut. In Zürich hat der Ballettdirektor des Slowenischen Nationaltheaters Maribor einen ganz und gar heutigen «Faust» auf die Beine gestellt. In Stuttgart begeisterte er unlängst mit «Patterns in ¾». Das russische Puppenspiel könnte es ebenfalls in sich haben.
Ballett im Kino (tanz ...
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Tanz Mai 2019
Rubrik: Kalender, Seite 50
von
Das Cullbergbaletten, 1967 gegründet von der schwedischen Choreografin Birgit Cullberg, benennt sich um. Die Kompanie heißt ab jetzt einfach Cullberg. Das Andenken an die Gründerin und Mutter des Choreografen Mats Ek bleibt erhalten; der Zusatz «Ballett» stimmte aber schon lange nicht mehr. Drei ständige Choreografen stehen für die Gegenwart: die Schwedin Alma...
Auf den ersten Blick unterscheidet er sich bei den Proben nicht von seinen Kollegen. Daniil Simkin verteilt Pralinen im Ballettsaal, trödelt herum, während sich andere bereits auf ihren Tanz vorbereiten. Kaum ist er aber am Drücker, legt er sich sein Stirnband an, und der Adrenalinschub wirkt: Wie auf Kommando springt er an. Der gebürtige Russe interpretiert seine...
Mit ihm hat niemand gerechnet. Am wenigsten er selbst. «Eigentlich hatte ich gerade gemerkt, dass das freischaffende Dasein seinen großen Reiz haben kann», meint Demis Volpi. «Ich fing gerade damit an, meine Freiheit zu genießen und auszuleben, als der Anruf kam.» Nicht dass der deutschsprechende Argentinier die Leitung eines Ensembles von vornherein ausgeschlossen...
