Schwesternkrieg
Das Karlsruher Staatstheater ist eine riesige Baustelle: ringsum aufgerissenes Erdreich und ein sogenanntes «neues Entree», das möglicherweise dreizehn Jahre lang die Besucher*innen in Empfang nehmen wird. So viel Zeit könnten Erneuerung, Ertüchtigung, Ausbau der 1975 errichteten Architektur beanspruchen. Ob Ballettdirektorin Bridget Breiner dann noch im Dienst ist? Man darf es bezweifeln.
Denn die Stuttgarter Ex-Ballerina zählt zu den zwei Handvoll profilierter Choreografinnen im deutschen Sprachraum, die sich aufs Erzählen verstehen, eine große Bühne füllen und das klassische Idiom sinnhaft ins Heute verlängern können. Sich also durchaus für noch größere Aufgaben empfehlen.
Ungemein eindrucksvoll hat Breiner ihre Talente schon am Gelsenkirchener Musiktheater im Revier vor allem mit dem Charlotte-Salomon-Abend «Der Tod und die Malerin» bewiesen (tanz 4/15). 2019 wechselte sie nach Karlsruhe und rauschte nur Wochen später in die Corona-Krise. Ein ums andere Mal musste Breiner danach ihre wichtigste Premiere verschieben, erst im vierten Anlauf hat das Tanzdrama «Maria Stuart» im April endlich erfolgreich debütiert. Von Oper über Film bis Schauspiel ist das Duell zweier gekrönter ...
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Tanz Juni 2023
Rubrik: Produktionen, Seite 14
von Dorion Weickmann
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