Schwanensee Revisited

Tanz - Logo

Unglaublich: ausgerechnet «Schwanensee» wurde für Tschaikowsky zur größten Enttäuschung seiner Karriere. Die Moskauer Uraufführung (1877) fiel bei Presse und Publikum durch. Das Ballett sei «so schwach, wie es kaum vorstellbar wäre», kritisierten die St. Petersburger Nachrichten, und eine Mäzenin des Komponisten befand alles schlicht für «sehr hässlich» und «choreografisch sehr schlecht». Der Misserfolg des ersten «Schwanensee»-Choreografen Wenzel Reisinger, der behauptete, Tschaikowskys Musik sei nicht in Tanz zu übersetzen, überschattete auch den Ruhm des Komponisten.

Die märchenhafte Auferstehung seiner Musik mitzuerleben, war ihm nicht vergönnt.

Erst 1895 sorgten zwei Visionäre aus St. Petersburg für die Unsterblichkeit von Ballett und Musik: Marius Petipa und Lev Ivanov. Nun schreibt sich Dresdens Ballettchef in die Tradition ein – die Website der Kompanie verkündet zu der «Schwanensee»-Premiere: «Handlung: Aaron S. Watkin & Francine Watson Coleman». Was wohl so anders ist? Die Dresdner verraten nichts.

 

 

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz November 2009
Rubrik: Highlights, Seite 31
von Hartmut Regitz

Vergriffen
Weitere Beiträge
Tanz im TV

"Peer Gynt" ist Heinz Spoerli, wie er schreibt, "verschiedentlich begegnet, vor allem im Konzertsaal". Doch erst  «in einem Alter, in dem die eigene Lebensreise schon um einiges fortgeschritten ist», hat sich seinem Eingeständnis zufolge so etwas wie eine "Sehnsucht" entwickelt, "mit dem Medium des Tanzes eigenen Peer-Gynt-Spuren zu folgen". Herausgekommen ist...

Tanzen im Flow des Films

Keine Logik, keine Ordnung, keine Hierarchie. So sieht María Ribot alias La Ribot ihr neues Werk, «Llámame mariachi». Mit der engen Verbindung von Tanz und Film will sie nichts weniger als eine neue Bühnensprache entwerfen. Das Resultat ist verblüffend. Zwar fällt der von den drei Frauen La Ribot, Marie-Caroline Hominal und Delphine Rosay getanzte erste Teil der...

Dana Caspersen: «Radio Mythic Theatre»

Dana caspersen «Radio Mythic Theater» 

Wer ist der Mann «auf dem Felsen über der verdüsterten Ebene», auf den eine erste Szenenanweisung anspielt? Wer die Frau, die wenig später hinzutritt? Wer das männliche Paar, das nicht lange auf sich warten lässt? Im Text von Dana Caspersen ist zwar immer wieder von Prometheus die Rede, von Athene, vor allem von Vater Zeus, zu...