Sankt Petersburg: Wim Vandekeybus «Mockumentary of a Contemporary Saviour» on tour

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Wim Vandekeybus entwirft in seinem neuen Stück «Mockumentary of a Contemporary Saviour» eine babylonische Dystopie. Weil hier bewusst nichts übersetzt wird, entsteht tatsächlich der Eindruck eines Sprachengewirrs. Alle sieben Darsteller nämlich sagen Berge von Text auf, in ihrer Muttersprache. Sie werden mit ihren privaten Klarnamen angesprochen und bilden einzeln eine jeweils unverwechselbare Sprachinsel, auf der sie ihr kulturelles Erbe in Gestalt eines Narrativs zu bewahren suchen: ein Mikrokosmos als Vielvölkerstaat unvereinbarer Gegensätze.

Dass die Performer leider nicht besonders gut sprechen können, hängt damit zusammen, dass sie hörbar keine Ausbildung dafür haben. Aber nicht nur Freunde professionellen Sprechtheaters – und davon gab es etliche bei der Deutschlandpremiere im Münchner Residenztheater anlässlich der Tanzbiennale «Dance» – sind froh, wenn die Performer dieses Bühnenzwitters zwischendurch mal den Mund halten und tanzen, was man ja eigentlich von ihnen erwartet.

Das sieht dann grotesk aus, ja richtig freakig, zum Beispiel wenn der hünenhafte Flavio D’Andrea die vergleichsweise winzige Yun Liu ein ums andere Mal senkrecht in die Höhe lupft oder andere ihre ...

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Tanz Juli 2017
Rubrik: Kalender und Kritik, Seite 50
von Eva-Elisabeth Fischer

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