sweet sweet sweet
99 bunte Luftballons? Nicht mit Marco Goecke! Hat sich der Vorhang zu «Sweet Sweet Sweet» gehoben, schlägt die Bühne erst mal Blasen. Wohin man blickt: abertausende von Ballons, bleiern schwer in ihrer Schwärze und doch so leicht, dass sich Evan McKie und Mikhail Soloviev später ohne Anstrengung einen Weg durch den angestauten Äther bahnen. Einen Augenblick lang stockt den Zuschauern der Atem – um dann wieder Hoffnung zu schöpfen, während die beiden um sich kreisen; küssend künden sie von einer Welt, die licht ist, voller Liebe und Leidenschaft.
Ganz anders als die, die Goecke später zeigen wird.
Nicht ohne Absicht nennt Intendant Reid Anderson den jüngsten Abend des Stuttgarter Balletts «Beyond Ballet» und signalisiert zumindest im Titel eine Grenzüberschreitung seines Ensembles, womöglich auch einen Aufbruch zu neuen Ufern. Doch so jenseits aller Vorstellungskraft kann der Versuch eines «klassischen» Ensembles gar nicht sein, als dass das Diesseits des Balletts darüber verloren ginge. Ganz im Gegenteil. Dem Titel zum Trotz stellt keiner der eingeladenen Choreografen die Basis des Balletts in Frage. Selbst das neueste Stück von Marco Goecke, der eben den Förderpreis 2005 der ...
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Im Herbst 1992 übernahm ich die Leitung des Theaters im thüringischen Gera. Dort gab es damals (und gibt es, glaube ich, heute noch) eine starke Ballettkompanie. Und die Geraer BallettTage, ein kleines Tanzfestival, das wir fortgesetzt haben und inzwischen meines Wissens schon bald dreißig Jahre existiert.
Dieses Festival ist ein Schaufenster für das (im Osten...
The “Orient” (that construction invented by Western cultures) has been present in theatrical dance since its very beginnings. Indeed, the whole idea of fascination for the unfamiliar and exotic, or anything that (supposedly) comes from far away, is a significant aspect of the mechanism of ballet in the theatre, where the spectator waits in the darkness to be...
Natürlich. Hinter jeder Sprache der Bewegung steckt ein kultureller Code. Diesmal entschlüsselt von den Sportwissenschaftlern Monika Fikus und Volker Schürmann. Trotzdem ist die Klammer des Buchs viel besser: der fulminante ethnologische Beitrag über das Verhältnis von Religion und Tanz von Bernhard Streck und die spannend geschriebene Analyse des antiken...
