sweet sweet sweet
99 bunte Luftballons? Nicht mit Marco Goecke! Hat sich der Vorhang zu «Sweet Sweet Sweet» gehoben, schlägt die Bühne erst mal Blasen. Wohin man blickt: abertausende von Ballons, bleiern schwer in ihrer Schwärze und doch so leicht, dass sich Evan McKie und Mikhail Soloviev später ohne Anstrengung einen Weg durch den angestauten Äther bahnen. Einen Augenblick lang stockt den Zuschauern der Atem – um dann wieder Hoffnung zu schöpfen, während die beiden um sich kreisen; küssend künden sie von einer Welt, die licht ist, voller Liebe und Leidenschaft.
Ganz anders als die, die Goecke später zeigen wird.
Nicht ohne Absicht nennt Intendant Reid Anderson den jüngsten Abend des Stuttgarter Balletts «Beyond Ballet» und signalisiert zumindest im Titel eine Grenzüberschreitung seines Ensembles, womöglich auch einen Aufbruch zu neuen Ufern. Doch so jenseits aller Vorstellungskraft kann der Versuch eines «klassischen» Ensembles gar nicht sein, als dass das Diesseits des Balletts darüber verloren ginge. Ganz im Gegenteil. Dem Titel zum Trotz stellt keiner der eingeladenen Choreografen die Basis des Balletts in Frage. Selbst das neueste Stück von Marco Goecke, der eben den Förderpreis 2005 der ...
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Michael Birkmeyer, Intendant des Festspielhauses St. Pölten, spricht von einer Niederlage. Die von ihm und dem Choreografen Nicolas Musin vor zweieinhalb Jahren gegründete abcdancecompany wird Ende der Spielzeit aufgelöst. Der niederösterreichische Landeshauptmann Erwin Pröll hatte ein Budget für drei Jahre zugesagt. Nun wird evaluiert und gefragt, ob das Produkt...
Wagner Schwartz zieht über seinen nackten Körper eine Schürze, bindet sie sorgfältig am Rücken zusammen, breitet akkurat die drei Meter Stoffbahn, aus der die Schürze besteht, auf den Boden aus und lässt sich selbst mit nacktem Popo auf diesen nieder. Kapriziös und anmutig wie eine japanische Geisha. In der nächsten Viertelstunde wird Wagner Schwartz eine Flasche...
