Salsa bei Seegang
Sanftmütig liegt die Göttliche im Hafen und lässt alles mit sich machen: dass sich ihr Bauch mit über 2000 Passagieren füllt, dass zusätzlich 600 Mann Besatzung in ihr Herz krabbeln, um für das Wohl auf dem Kreuzfahrtschiff zu sorgen. AIDAdiva lächelt, ohne jemals mit der Wimper zu zucken. Ihr Auge, auf den Bug aufgemalt, ist stets hellwach.
Denn zwischen acht und 18 Stunden arbeiten wir für Dich, bei einer Sieben-Tage-Woche, nur für Dich. Unsere Chefs behandeln uns nicht gut. Wir werden «geschubst» und dürfen nicht aufmucken, sonst gibt es eine «office note».
Fünf «Strafpunkte» – und wir müssen vom Schiff, wird uns gesagt.
Jeder in unserem Fünf-Mann-Team hat seine Aufgabe. Ich unterrichte Grundschritte in Standard und Latein. Anfängerkurse mit ein paar Figuren, Herren- und Damenschritte, ohne Tanzpartner. Blues, Cha-Cha-Cha, Discofox, langsamer Walzer, Merengue, Rumba, Salsa, Samba, Tango, Wiener Walzer sowie zwei Clubtänze, das Ganze maximal drei Stunden pro Tag.
In der übrigen Zeit «betreue» ich die Gäste, organisiere Schiffsrundgänge, Treffs zum Kennenlernen und Poolradio, mache Small Talk, bin auf Deck präsent und tanze mit ihnen in der Discothek. Animation ist glücklicherweise ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Zwanzig Jahre nach dem Fall der Mauer gingen zwei Länder Bankrott. Beide hörten auf denselben Namen: DDR. Das eine Land war ein Spitzelstaat, in dem sich die Bewohner im Namen der Satzung ihres Kleingartenvereins so lange gegenseitig denunzierten, bis keiner mehr da war. Das andere Land gleichen Namens war ein marodes Wirtschaftsunternehmen, das jede Hand brauchte,...
Edgar Degas hätte an dem Film seine Freude gehabt. Wann immer die Kamera auf dem Gesicht einer Tänzerin verweilt, verklärt sich ihr Blick. Aufs Schönste ausgeleuchtet, erscheint das Schicksal einer «Ballerina» so unangestrengt, leichtfüßig, ohne jede Erdenschwere. Nichts kann ihren Höhenflug noch hemmen.
Aber die Dokumentation von Bertrand Normand beweist so...
Sasha Waltz tanzt auf dem Sommerfest der Deutschen Akademie Rom, im Garten der berühmten Villa Massimo. Hier genoss sie zwei Monate lang ein Stipendium und widmete sich verstärkt der Bildenden Kunst. Sie hat gezeichnet und collagiert in ihrem großzügigen Wohnatelier und in einem großen Park – eine Auszeit, die Teil des deutschen Praxisstipendiums für bereits...
