Salia nï Seydou: «Poussières de sang»
Salia Sanou und Seydou Boro gehören zu den Aushängeschildern eines zeitgenössischen afrikanischen Tanzes, den es, glaubt man Germaine Acogny im Senegal, gar nicht gibt.
Das z-Adjektiv steht in Afrika vor allem für «europäischen» Tanz. Aber was wäre die Kompanie Salia nï Seydou, hätten die beiden nicht vor 16 Jahren in Montpellier bei Mathilde Monnier ihre ersten Sternstunden erlebt? Heute leiten sie in Ouagadougou das am besten ausgestattete Tanzzentrum Westafrikas, La Termitière (Der Termitenbau).
Die Eröffnung vor drei Jahren wurde begleitet von intensiven Schießereien zwischen Einheiten aus Polizei und Armee. Der plötzliche Ausbruch von Gewalt in einem der friedlichsten Länder des Kontinents war ein Schock und Auslöser dieses Stücks «Poussières de sang». Wenn sich Blut und Staub miteinander vermengen, liefern sie das klebrige Bild von der Machtlosigkeit des Menschen. Dass da im Französischen auch eine Anspielung an Sternschnuppen mitschwingt, macht die Erinnerung an den Blutzoll noch tragischer.
Die Premiere des Stücks fand bei Montpellier Danse unter freiem Himmel statt. Afrika schien nah. Sanou und Boro wenden sich ihren Wurzeln zu, nachdem sie mit «Un pas de côté» ...
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