Sabine Hettlich
Sie haben während Ihrer vier Jahre als Star des Lido viel Bewunderung dafür gefunden, dass Sie auf Live-Gesang bestanden, Perücken und Federkopfschmuck verweigerten und hoch geschlossen statt mit nacktem Busen auftraten. Warum konnten Sie in Paris Ihre Bedingungen diktieren? Das war kein Diktat, sondern eine gute Zusammenarbeit. Der künstlerische Leiter hatte schon lange versucht, mich zu engagieren. Es war nie sein Anliegen, dass ich Playback singe, barbusig auftrete oder mit Kopfschmuck. Das denken nur alle. Allerdings war die Show für mich geschrieben.
Was haben Sie, was Ihre Konkurrentinnen nicht hatten? Risikobereitschaft. In Paris war es schon ein Thema, wie ich das durchhalten würde, zwölf Shows die Woche, jeden Abend zwei Auftritte mit Live-Gesang. Auch galten die Nummern als provokant. Ich bin nicht das Blondchen, das Showgirl, das nur Beine zeigt. Ich wollte eine Geschichte erzählen, als Mensch wahrgenommen werden, nicht als Kunstfassade.
Welche Bedingungen konnten Sie im Friedrichstadtpalast stellen, wo Sie seit Januar in der Revue «Glanzlichter» zu sehen sind? Es wurde ausgewechselt, was mir nicht gepasst hat. Der französische Teil zum Beispiel.
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