Akram Khan: «Bahok»
Wer je in China war, kennt das Gefühl. Schon nach dem Weg zu fragen, bereitet Unkundigen große Schwierigkeiten. Lesen geht nicht, Gesten können in völlig falsche Richtungen weisen. «Ich bin nicht von hier», versucht Eulalia Ayguade Farro zu sagen. «Ich komme von weit weg.» Aber woher? Meng Ning Ning vom National Ballet of China will es wissen, aber die Spanierin, die in Großbritannien lebt, kann gar nicht wie antworten. Nicht nur, weil sie nicht Mandarin spricht. Sie weiß es einfach nicht.
Spanien, Großbritannien, Weltbürgerin? Für Akram Khan, seine Kompanie und die drei Tänzer des National Ballet of China ist es eine die Reise ohne An- und Herkunft.
Man trifft sich im leeren Raum, den Fabiana Piccioli, Sander Loonen und Akram Khan wie einen Bahnhof konzipiert haben. Die Anzeigetafel über den Köpfen spielt verrückt und lässt Buchstaben rattern: «Please Wait», «Delayed», «Rescheduled». Auskünfte, die zu verzweifelten Solos und wundersamen Duetten führt: Shanell Winlock eruptiv wie ein Geysir; Young Jin Kim ein fuchtelndes Nervenbündel; Saju tanzt gegen sich und die Welt; Zhang Zhenxin immer im schnellen Wechsel zwischen eleganter Pirouette und zerfallenden Formen. Andrej Petrovic und ...
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